Auch als
Ebook 9,99 €

lieferbar

Nietzsche-6

Nietzsches Erwachen
Ein Abstieg
zur Höhe des Lebens

ISBN 978-3-941973-25-1
Hardcover
156 Seiten
€ 16,90
mehr

 

noumenon-schmaler2

[Bücher, die es sonst nicht geben würde ...]
 

DANIEL HERBST

Auch als
Ebook 9,99 €

lieferbar

Lebenslaenglich-6n

Auch als
Ebook 9,99 €

lieferbar

Aus-dem-Einen6

Lebenslänglich lebenslang
Das, was keinen Anfang hat
und kein Ende kennt

ISBN 978-3-941973-19-0
Hardcover
180 Seiten
€ 17,90
mehr

AUS DEM EINEN
BY ITSELF

ISBN 978-3-941973-04-6
Hardcover
188 Seiten
€ 17,90

mehr

 

 

Auch als
Ebook 9,99 €

lieferbar

Neue-Meta-6

Die “neue” Metamorphose
Der Geist erwacht
zur Wirklichkeit

ISBN 978-3-941973-21-3
Hardcover
172 Seiten
€ 17,90
mehr

 


Nietzsches Erwachen

Ein Abstieg zur Höhe des Lebens

Als der Übermensch endlich zu sich fand!
Die Welle und das Meer ist eine hübsche kleine Geschichte, die besagt, dass die Welle immer eins mit dem Meer bleibt. Diese Metapher ist für all jene, die nicht in dieser Welt angekommen sind und zu viel Zeit darauf verwand haben, sich aus dem Leben herauszudenken. Ich hingegen sage: Das, was Welle ist, ist das Dionysische, das Lustvolle, Wollende, Ekstatische. Damit meine ich nicht das Süßliche, Friedliche und Glückselige. Gott bewahre! Ich will den Jünger der Wahrheit nicht wiegen, wie die Mutter ihr Kind, ich will ihm kein Schlaflied singen und ihn unter keinen Umständen zurück in den Schoß fliehen und so der Welt entkommen lassen. Nein! Danach steht mir wahrlich nicht der Sinn. Ich will, dass er das Leben nicht vorschnell transzendiert, sondern erst einmal zu sich kommt und sei es unter Schmerzen! Ich will Bewegung, das sich selbst überwältigende Leben und nicht den Meeresgrund, der von seinem Tosen und Rauschen vollkommen unbehelligt bleibt und so gar nichts von seinen Wellen weiß! Nein, der Jünger sei erst einmal vor sich hingestellt. Als Welle, die sich nur selbst beweisen und übermannen kann. Als Welle, der es bestimmt ist, an sich zugrunde zu gehen. Davor aber will ich die aufgepeitschte Gischt sein, der unerhörte Gedanke, ich will als das Hervorgebrachte leben und hervorbringen, was sich in mir bewegt.

...

Ich bin dahin gegangen, wo es nicht einfach nur wehtut;
ich war da, wo ich von allen und allem verlassen bin.
Ich habe das Verlassensein nicht nur nicht gefürchtet, – nein, ich habe es zutiefst genossen,
hat es mir doch bewiesen, dass ich wirklich bin –
als wahrer und tiefer Lebensreflex.
Durch mein Verlassensein habe ich mich selbst bewiesen.
Das alles habe ich ertragen,
um meinem bereits kühnen Geist keine andere Möglichkeit mehr zu lassen,
als bedingungslos zu sich zu stehen.

Glaubst du nur, was du dir einbildest,
oder bist du auch bereit, es nachzuvollziehen?
Bist du bereit, es am eigenen Leib zu erleiden?

Das war meine Frage – das fragte ich mich.
Ja! – Und das habe ich ohne das Amen eines „so sei es“ mit Christus gemein.
Ich habe mir alles selbst auferlegt.
Ich habe den Kelch nicht an mir vorüberziehen lassen.

...

 

Lebenslänglich lebenslang

Buchrücken und kurzer Auszug:

Eine einzelne Note ist keine Musik, sie ist nicht das Werk, sie ist nichts, was sich selbst gehört und auf sich bestehen kann. Ihr Zauber liegt darin, von sich zu lassen. Wenn sie einsieht, dass sie zu einem viel größeren und umfassenderen Werk gehört, als sie es je fassen kann, lässt sie absolut freiwillig von sich. Dann kommt in dieser und durch diese eine Note alles zum Ausdruck, was sie als Idee ist – und so bleibt nichts von ihr zurück, wenn sie sich in den Raum hinein entfaltet hat.
Die Note klingt, um zu vergehen. Ein Ton, der an sich festhalten könnte, wäre ein grausamer, ein überaus quälender Ton. Er würde (sich) nicht daran erinnern, dass er selbst der göttlichen Natur entspringt, einer Komposition, deren Ursprung durch diese göttliche Musik zum Vorschein kommt.

In diesem Augenblick sind alle Galaxien, ist aller Raum und alle Zeit von etwas erfüllt, was keiner Galaxie entsprungen ist, was nicht aus dem Raum und nicht aus der Zeit kommt, sondern was all das zum Vorschein kommen lässt, um es von innen heraus wirklich sein zu lassen. Was das ist, werden wir niemals wissen. Aber es zeigt sich uns, um sich selbst daran zu erinnern, dass es in jeder Form und zu allen Zeiten und in allen Räumen ein vollkommener Ausdruck seiner selbst ist. Eben deshalb ist bereits alles gesagt, wobei es nur jetzt gesagt wird und nur jetzt gesagt werden kann. Es kann nur jetzt gelesen, gehört, erkannt und vernommen werden.

Kapitel:

Ich werde mich niemals verstehen

Ich kann mich nur deshalb nicht verstehen, weil ich mich verstehen will. Mich verstehen zu wollen bedeutet bereits, dass ich mich nicht verstehe. Und ich verstehe mich nur deshalb nicht, weil ich, statt einfach zu sehen, statt einfach zu hören, statt die Unmittelbarkeit des Lebens zu erleben, etwas anderes verstehen möchte – mich selbst. Als ob ich mich selbst anrufen könnte, um mich danach zu erkundigen, wer ich bin und wie es mir geht.
Ich spreche immer nur mit mir selbst und dieses Selbstgespräch macht mich dann vor mir selbst fremd, wenn ich glaube, mich dadurch verstehen und kennenlernen zu können. Niemals! Ich kann nichts anderes kennenlernen als „meine“ Vergangenheit, „meine“ Muster, „meine“ Neurosen, die Art „wie ich gestrickt bin“. Aber das ist nicht, wer ich bin und eben darin liegt der Trugschluss.
Solange ich glaube oder denke, dass dieses Strickmuster mir Aufschluss über mich selbst geben kann, bin ich heillos in die Person verstrickt, die ich zu ergründen versuche. Die Frage ist: Wer versucht, diese Person zu ergründen? – Ich. Warum versuche ich dann nicht gleich, mich selbst zu ergründen, statt meiner Spiegelung?! Weil das unmöglich ist. Ich kann nur das ergründen und verstehen, was mir erscheint. Durch mein Verstehen wird es zum Objekt, zu etwas, was irgendwie ist und irgendwelche Eigenschaften hat. Und wenn ich glaube, dass etwas irgendwie ist, verstehe ich gar nichts. Dann reduziere ich das, was nicht zu verstehen ist, auf etwas Verstehbares. Dann wird auf Wirklichkeit Realität. Dann passe ich die Wirklichkeit meiner kleinen mentalen Gedankenwelt an und tue so, als ob ich dadurch etwas verstanden hätte.
Alles, was ich verstehen kann, ist unwesentlich. Das, was ich verstehen kann, muss mir gegenüberstehen. Es ist objekthaft, gedanklich hervorgerufen, nicht wirklich wirklich, sondern nur eine mentale Spiegelung von etwas, was sich niemals erfassen lassen wird, weil es nicht zu erfassen ist. Diese Einsicht macht keine Angst. Ganz im Gegenteil: Sie ist deckungsgleich mit dem erstaunlichen Wunder, das mehr als große Freude ist.
Wenn ich das, was ich sehe, verstehen will, mache ich das Gesehene allein durch dieses Vorhaben zu einem Objekt. Ein Objekt kennzeichnet, dass es auf den in ihm gesehenen Inhalt reduziert wird, egal ob es sich darauf reduzieren lässt und dadurch erfassen lässt oder nicht. Ein Objekt ist etwas Lebendiges, dem alles Lebendige genommen worden ist. Es wird durch die Art der Betrachtung getötet. Es wird tot gesehen. Wenn ich wirklich glaube, tot zu sein, dann kann ich mich wie etwas Unlebendiges betrachten und verstehen. Anderenfalls erfreue ich mich daran, mich nicht verstehen zu müssen, weil das Leben überhaupt kein Interesse an meinen Festlegungen und Definitionen hat. Es kommt ihm einfach nicht in den Sinn, sich selbst zu einem mentalen Inhalt machen zu lassen, da es sich überall zu erkennen gibt.
Da, wo sich das überall offenbarende Leben selbst erkennt, versteht es auf eine Weise, die sich dem Verstehen entzieht.

 

Die neue Metamorphose - Der Geist erwacht zur Wirklichkeit

Einleitung und kurzer Auszug:

Wieso eine „neue“ Metamorphose? Weil zehn Jahre vergangen sind, seit ich „METAmorphose – der Geist erwacht zur Wirklichkeit …“ geschrieben habe. Zehn Jahre, in denen alles, was als Wirklichkeit erkannt wurde, wieder verworfen wurde. In den zehn Jahren, die hierher geführt haben, war ich immer hier, um neu zu sehen, um neu zu begreifen, um neu zu verstehen, um nichts festzuhalten, um nichts zu mir zu nehmen. Und deshalb ist diese Metamorphose eine neue Metamorphose. Sie kombiniert Poesie und bildhafte Sprache von gestern mit dem, was sich bis heute zu erkennen gegeben hat. Vieles aus den letzten beiden Ausgaben des Buches hat es nicht mehr geschafft, sich hier weiterhin mitteilen zu dürfen, kaum ein Satz steht noch so da, wie bisher. Das Buch richtet sich an den Gott in Person, also an das in dir, was über dich in der von dir geglaubten Form hinausreicht.
Erst wenn wir wirklich einsehen, dass das Leben die Wirklichkeit ist, können wir uns als ein Ausdruck des lebendigen Lebens im Leben wiederfinden. Dann stellt sich die Frage nicht mehr, ob wir uns dem Leben anvertrauen können. Es gibt gar keine andere Möglichkeit.
Wenn man nach 10.000 Jahren aufwacht und damit zum Traum des Lebens erwacht, dann wird überdeutlich, dass sich hier in diesem Augenblick die lebendige Wirklichkeit offenbart. Und diese Offenbarung ist, was das Leben ausmacht.
Es ist absurd zu sehen, wie schmerzhaft sich Identifikationen auswirken und es ist mindestens ebenso absurd, zu erkennen, dass Identifikationen – und damit die eigene Identität – auf „Teufel komm raus“ verteidigt und festgehalten werden, um wenigstens eine eigene Geschichte und damit eine Identität zu besitzen.
Viel einfacher und naheliegender ist es allerdings, mit dem Leben durch den Raum der Zeit zu fließen, wozu dich dieses Buch einlädt.

Ein Mensch, der seinen Identifikationen entwächst, erkennt ganz unmittelbar: „Ich bin niemand, der durch Identifikation gefunden werden kann, weil ich kein anderer bin. Ich bin ich selbst und als solcher habe ich eine mit mir vollkommen übereinstimmende Identität.“
Vollkommen identisch mit mir selbst bin ich dann, wen ich kein Bedürfnis mehr habe, mich zu definieren oder definieren zu lassen.

Mit Vorstellungen können wir nicht wirklich sterben

Wir stellen uns viel zu viel vor und erleben viel zu wenig Unmittelbarkeit, und solange das so ist, können wir nicht wirklich sterben. Weder als die Person, die wir zu sein glauben, noch am Ende unseres Lebens – wenn uns nichts anderes mehr übrig bleibt, als uns vom Zeitlichen „segnen“ zu lassen.
Dabei ist es elementar, dem Tod vor dem physischen Sterben zu begegnen und in ihm das zu erkennen, was er wirklich ist – die bedingungs- und grenzenlose Annahme und die damit einhergehende vollständige Loslösung von allen Umständen.
Alles wird im Augenblick des Todes vergessen sein, alles, nur die Unschuld der Liebe nicht. Diese Liebe ist nichts, was ich tue – sie ist, was ich bin. Sie ist, was das Angenommensein ist. Wenn ich nicht zu Lebzeiten verwirkliche, dass ich unter allen Umständen angenommen bin, werde ich nicht wahrhaben wollen, dass ich jetzt gehen muss und angstvoll versuchen, an meinem nicht erfüllten Leben festzuhalten.

 

Aus dem Einen
Mit der Essenz aus der Avadhuta Gita

Von selbst – by it self –

sich selbst autorisierend.

Das trifft es genau!

Keine fremde Autorität. Selbstermächtigung!

So arbeitet das Bewusstsein.

Ein Kind krabbelt, ein Hund bellt, du denkst –
by it self, von selbst.

Dafür braucht es niemanden.

Es passiert, um sich selbst zu erkennen.

 

Im 2. Teil des Buches findet sich vieles aus der Avadhuta Gita. Sie ist eine nur wenigen Menschen bekannte Gita, die frei von mystischem Brimborium und unsinnigen Metaphern ist.
In ihren Aussagen kommt sie dem Destillat der Advaita-Vedanta gleich. Kurz, prägnant und überaus erhellend! Hier findest Du das Wesentliche aus der Avadhuta Gita ins Deutsche übersetzt und teilweise  kommentiert.

Einleitung zum 2. Teil des Buches (Seiten 112 - 187)

Avadhuta Gita

Die Avadhuta Gita (Der Gesang einer befreiten Seele) kommt dir näher als nah. Sie hebt dich immer wieder zur höchstmöglichen Realität an, so lange, bis du die Wirklichkeit – und damit dich selbst – frei von Überlagerungen und Zweifeln annimmst und damit wirst, was du bist.

Der „Avadhuta“ ist die befreite Seele, der nichts Weltliches mehr anhaftet, obwohl sie sich in der Welt bewegt. Die befreite Seele befindet sich in einem „Zustand“, der auch das umfasst, was sich zu widersprechen scheint.

Statt Verzicht und Entsagung zu predigen, weist die Avadhuta Gita auf den Zustand hin, der weder durch Anhaftung noch durch die Loslösung von Anhaftung beschrieben werden kann. Eine solchermaßen befreite Seele folgt keinen Regeln mehr. Sie sucht nicht(s) und vermeidet nicht(s). Sie weiß nicht und ist doch nicht unwissend. Indem sie sich als deckungsgleich mit der Unendlichkeit erkennt, lebt sie in dieser strahlend klaren Realisation. Hier gibt es niemanden mehr, der sich mit dem „Licht des Lebens“ oder einem seiner Schattenbilder in Konflikt befindet.

Die Avadhuta Gita spricht dich in der höchsten Form als formlos und identisch mit Brahman an. Atman, das Höchste in dir, ist als individuelle Ausformung des Absoluten (Brahman) frei von dir, so wie du dich kennst. Zwischen dir in deiner höchsten Form und dem allem zu Grunde liegenden formlosen Absoluten wird an dieser Stelle nicht mehr unterschieden, weil dich die alles unterscheidenden Gedanken jetzt nicht mehr binden können. So kann sich die Formlosigkeit selbst in Form aller Formen erscheinen, ohne sich dabei „an etwas“ zu verlieren. Der Avadhuta besingt in dieser Gita, dass sich nichts vom Heiligsten unterscheiden lässt. Egal, wie oder als was es erscheint! Damit lässt Dattatreya, dem die Avadhuta Gita zugeschrieben wird, auch den scheinbaren Widerspruch zwischen Dualität und Nondualität hinter sich. Er selbst erkennt sich als die göttliche Wirklichkeit, die sich durch das „Ich“ offenbart. 

Brahman spiegelt sich in Atman als Sein. „Ich bin.“ Worin sich Brahman auch spiegelt, ständig trifft er auf sich selbst. „Ich bin“ ist überall. Nirgendwo ist Brahman nicht zu finden. Deshalb kann er sich nicht selbst erkennen. Er ist – und weiß doch nicht, was das heißt. Weil er alles ist, kann er sich auch nicht wiedererkennen. Aber Atman, das Höchste in dir, kann sich als Brahman gleich erkennen. „Das bin ja ich!“ – In diesem hellen Licht bin ich all-ein. Ich sehe mich (als) vollkommen und kann mich nicht mehr in die Grenzen hineinsehen, an die ich Zeit meines Lebens geglaubt habe.

Auch wenn die Avadhuta Gita, die einem Destillat der Advaita-Vedanta gleichkommt und von Dattatreya etwa 1000 – 500 v. Chr. verfasst worden sein soll, indischer Herkunft ist, ist sie für alle, die die Widersprüchlichkeit, die im – und als das(!) – eigene(n) Leben erfahren wird, nicht weiter leugnen und mit billigen Lösungen zudecken wollen, überaus relevant. Für mich ist sie keine philosophische Abhandlung, die sich der Transzendenz nähern will, sondern Transzendenz selbst.

Obwohl der Gesang dieser Gita hymnisch klingt, ist er keine Hymne, sondern der Gesang desjenigen, der sich selbst vollkommen durchdrungen und als das erkannt hat, was ist (nicht: was er ist!).

„Höheres Selbst“, „niederes Selbst“, „Atman“, „Brahman“, „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ – diese Unterscheidungen ergeben hier keinen Sinn mehr. „Ich“ ist „ich“ – ob groß oder klein geschrieben, ob identifiziert oder frei von Identifikation. Alles ist einfach – nicht was es ist – sondern einfach.

Vorhin sagte ich, dass die Avadhuta Gita dich immer wieder zur höchsten Realität anheben möchte. Zu dir, so, wie du frei von dir bist. Dieser (scheinbare) Widerspruch lässt sich auf der Ebene von Worten und Gedanken nicht auflösen, weil Worte und Gedanken die Erscheinungen in uns sind, die alle Widersprüche hervorrufen! Jenseits von Gedanken ist alles vollkommen klar. So klar, dass es niemanden gibt, der auf die Idee kommen könnte, verwirrt, unfrei oder auf der Suche zu sein.

In diesem Sinne versuchen die hier aufgeschriebenen Worte von solchen Worten zu befreien, die uns glauben lassen, dass das Trennende eine eigene Wirklichkeit besitzt. 

 

Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören ...

Anmerkung:
“Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören” hat mit der Urfassung von “Hermann Hesses Erleuchtung” nur noch wenig zu tun.
Es ist  von einem sehr viel klareren und tiefgründigeren Geist inspiriert bzw. durchdrungen ... 

Aus der Einleitung:

Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen,
was von selber aus mir heraus wollte.
Warum war das so schwer?

Hermann Hesse
 

„Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selbst aus mir heraus wollte.“ – Was für ein vergeblicher Versuch! Und doch. Das klare Erkennen, dass dieses Vorhaben von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, (er)öffnet den Raum. Es befreit – mich von mir. Es befreit mich von der Idee, zu meinem idealen „Ich“ werden zu können.
Der Wunsch, zu tun, wozu wir bestimmt sind, zeugt von Uneinsichtigkeit. Niemand wird jemals etwas anderes tun! Und wenn doch, dann wird er den Eindruck haben, dass es schwer auf den eigenen Schultern lastet.
Vielleicht wollen wir oft gar nicht tun, was „von selbst“ aus uns heraus will, sondern genau das Gegenteil, nämlich das, was uns am meisten verspricht, also das, was wir uns für uns selbst erträumen. Solange wir darauf bestehen, uns selbst zu gestalten, ist es uns bestimmt, uns selbst zu (er)tragen. Das ist nicht etwa ungerecht, sondern entspricht dem Prinzip, das sich als Existenz zu erkennen gibt.

Eine Blume bildet sich nichts auf ihr Erblühen ein. Sie nimmt sich nichts vor und hält nichts zurück. Sie folgt der ihr innewohnenden Kraft unmittelbar und bringt diese Inspiration unverfälscht in den Ausdruck. Auf diese Weise erfüllt sich, wie sich das, was Existenz ist, als Blume zeigt.
Nur das, was bereit ist, in Erfüllung zu gehen, kann ganz von sich lassen. Der Wunsch, das eigene Blühen selbst zu bewirken, schneidet uns von der Kraft ab, die Erfüllung ist. Die Idee, selbst etwas darstellen zu können, verschleiert, was wir potenziell bereits sind. Damit hindern uns alle Ideen darüber, wer wir sind oder sein sollten, daran, der Erfüllung zu entsprechen.
Obwohl wir bereits vollkommen sind, will und muss diese Vollkommenheit erst noch „zu sich kommen“ und in den Ausdruck finden. Daher sind wir beides – Vollkommenheit und das, was verwirklicht oder unverwirklicht ist.
Die Frage ist einzig, wie lange ich brauche, um in dem, was sich mir zeigt, Vollkommenheit zu entdecken. Wenn sie sich mir schließlich zeigt, bin ich, was Erfüllung ist. Dann bestehe ich nicht länger darauf, extra erfüllt werden zu müssen. Das ist die Verwirklichung!
Bis dahin halten wir das eigene Scheitern für möglich und werden deshalb immer von der Angst vor dem eigenen Versagen begleitet. Und das nur, weil wir nicht tief genug schauen und uns vorschnell selbst darstellen wollen – auf eine uns angenehme Weise.

Insgeheim fürchten wir nichts mehr, als die eigene Bedeutungslosigkeit. Wir fürchten, ein unbedeutender Niemand zu sein, jemand, der von niemandem erkannt und anerkannt wird. Dieser Angst wollen wir unter allen Umständen ausweichen. Deshalb betreiben wir den unglaublich großen Aufwand der Selbstdarstellung, an dem wir letzten Endes scheitern müssen.

Die Frage ist: Wer hat uns dieses Bild von uns selbst gegeben? Wenn wir leben, was die Existenz für uns vorgesehen hat, fallen wir hin, wenn es ums Hinfallen geht, und stehen wieder auf, wenn es ums wieder Aufstehen geht. Wenn wir der Existenz vertrauen, ist alles einfach. Dann haben wir nichts zu verlieren und sind frei, unvoreingenommen mit all den Siegen und Niederlagen, all den Freuden und Schmerzen, all den Kämpfen und Versöhnungen zu leben, die erlebt, gefeiert, errungen und erduldet werden wollen. Es geht also einzig und allein darum, das Leben weder vorwegzu-nehmen, noch ihm hinterherzurennen. Dazu kann es erst kommen, wenn wir aufhören, uns ein eigenes Leben zu erträumen, das wir in eigene Bilder kleiden. Denn genau dadurch verhüllen und entziehen wir uns vor dem, was sich als Leben offenbart.

...

 

 

 

 

 

 

Auch als
Ebook 8,99 €

lieferbar

Welt-zerstoeren_6

Wer geboren werden will,
muss eine Welt zerstören ...
Formerly known as
Hermann Hesses Erleuchtung

ISBN 978-1532959486
Taschenbuch
164 Seiten / € 13,90

mehr