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[Bücher, die es sonst nicht geben würde ...]
 

JOAN TOLLIFSON

Über alles Erfassen hinaus ...

Nothing to grasp
Übersetzung: Daniel Herbst


ISBN 978-3-941973-20-6
Hardcover
188 Seiten
€ 18,90

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Joan-Tollifson-gross

Egal wie wir das unbenennbare Absolute bezeichnen, es ist kein Objekt. Es existiert nicht als „etwas“, das von etwas anderem getrennt ist, weil es das ist, was kein Gegenteil und kein Gegenüber hat. Es ist die Leerheit von allem, die Nicht-heit, die unfassbare Formlosigkeit. Es zeigt sich als Gewahrsein, als Bewusstsein, als Denken, als Wachen und Träumen, als Tiefschlaf, als das Empfinden, Person zu sein und als das Empfinden, grenzenlose unpersönliche Gegenwart zu sein. Es ist die Zeitlosigkeit und die Raumlosigkeit, die als Zeit und Raum erscheint. Es ist alles, aber es ist nichts Bestimmtes. Es ist gleichermaßen überall und immer vollständig gegenwärtig. Alles, was wir benennen können (Bewusstsein, Gewahrsein, das Ultimative Subjekt, das Selbst, das Absolute), hört sich zwangsläufig nach etwas an, sobald wir ein Wort dafür haben, aber tatsächlich können wir niemals festmachen, was das ist, worüber wir sprechen …

In Wirklichkeit gibt es etliche biologische, chemische, neurologische, psychologische, medizinische und soziale Bedingungen, die nicht allein durch Gewahrsein gelöst werden können, und Erleuchtung bedeutet nicht, dass all diese Probleme plötzlich gelöst sind. Erleuchtung sieht einfach, dass die Bedingungen und Ausdrucksformen des Lebens eine unpersönliche Erscheinung ohne dauerhafte Substanz sind. Sie sieht sie mit Mitgefühl und grenzenloser Liebe. Sie sieht das Licht in der Dunkelheit. Und sie versteckt sich auch nicht im Licht, um die Dunkelheit zu vermeiden.

Ganzheit schließt alles ein, das Lichte und das Dunkle. In der Natur gibt es viele falsche Anfänge, vieles, was ausrangiert wird, viele Individuen, die jung sterben oder sich niemals ganz entwickeln. Manche Blume erfriert, bevor sie erblüht ist. Manche Wellen laufen einfach aus, während sich andere auftürmen und großartig überschlagen, aber es ist ein Ozean, der das alles bewerkstelligt. Es ist alles Teil des natürlichen Ablaufs. Wenn wir mit einem getrennten Fragment identifiziert sind, klingt es tragisch und unfair, vorzeitig zu verglühen oder niemals zu erblühen. Aber aus der Perspektive des Ganzen ist alles Teil des Tanzes.