Der globale geistige Fallout

Der globale geistige Fallout

Der globale geistige Fallout - Daniel Herbst

Vom Nichtgelingen der Welt, die sich – ohne davon zu wissen – gegen das Leben verschworen hat.

Die Art des „Denkens“, die uns vom Staat verordnet wird, tötet alles Lebendige ab. Auch in uns …

Es ist unmöglich, in Sicherheit zu bringen, was nicht in Sicherheit zu bringen ist. Weil das Leben selbst die eine und einzige Sicherheit ist, die keiner weiteren Sicherheit bedarf. Allein die Nichtverwirklichung dieser Tatsache macht Angst. Und diese Angst wird unaufhörlich geschürt, um Dich noch leichter steuerbar zu machen als Du es ohnehin schon bist!

Wir sind uns selbst weggenommen. Und leben wie von uns selbst Enteignete. Die sich selbst und die Welt allein deshalb in Besitz nehmen wollen. Und eben diese Inbesitznahme lässt das Leben nicht zu. Das ist es, was sich in Dir als Schmerz vernimmt, „seit Du bist“. – Zu diesem Schmerz ist es aufgrund der Nichtverbindung zu Dir selbst als lebendiger Wirklichkeit gekommen. Dieser Schmerz ist es, den wir immer wieder zu übertünchen versuchen. Was uns nicht gelingt. Und niemals gelingen wird. Allein deshalb versuchen wir, unser Wohl im Materiellen und in der Eroberung des äußeren Raumes zu finden. Allein deshalb zeigen wir uns anders als wir sind. Weil wir anderenfalls kapitulieren müssten. Jetzt. Vor uns selbst. Vor den unhaltbaren Vorstellungen und Ansprüchen, die wir dem Leben gegenüber haben, das wir allein aus diesem Grund auf immer absurdere Weisen an uns zu reißen versuchen.

Wir begehen schwerste Verbrechen gegen die uns eigentliche Natur, lassen Schweine und Kühe in Konzentrationslagern in die Hölle hinein gebären, um das Geborene für das in ihm gesehene Produkt auf eine Weise zu demütigen und zu missachten, die sich unseren Blicken entzieht. Weil wir sonst nicht in dieser Hemmungslosigkeit zum Leid des sich selbst empfindenden Lebens beitragen könnten. Und plötzlich sind wir selbst nicht mehr sehr viel mehr als Biomasse, über die von Regierungen nach Gutsherrenart verfügt wird. Zu unserem Besten.

Die Böden verseucht, d. h. nach dem Verständnis derer, die kein Verständnis haben, „kultiviert“, die Tiere in ihrer ureigentlichen Natur zutiefst entrechtet und auf bösartigste Weise gedemütigt – und jetzt sind wir dran. Und das alles wird vom Staat maximal gefördert. Allein die deutsche Fleischwirtschaft wird mit 13.000.000.000 € jährlich subventioniert. Das entspricht ca. 160,- € je Bundesbürger. Da wir selbst in die Unfreiheit dieses Denkens hinein geboren sind, zahlen wir stillschweigend für Verbrechen wie diese. Indem wir uns diesem Tun gegenüber fühllos stellen und es damit vor uns selbst verheimlichen …

Dieser Unfreiheit versuchen wir durch die Kultivierung einer Person zu entkommen, die sich uns wie eine Freiheit darstellt. Endlich so sein, wie ich sein will … Die Freiheit der Person liegt im Erreichen der Vorstellungen, die sie von sich hat, weil sich nur ein von sich selbst Verlassener mit sich als veräußerlichter Darstellung verwechseln kann. Und glaubt, auf diese Weise alles erreichen zu können. Eben weil er sich nicht mehr spürt und damit niemand ist, der bei sich ist! Wenn Dir erst das Gefühl für Dich selbst abhanden gekommen und damit Dein Gewissen genommen worden ist, bist Du frei auf allen Ebenen gegen das Leben zu verstoßen. Auf diese Weise wird die Nichtwahrnehmung des eigenen Lebendigseins zur vielversprechenden Option.

Wir haben uns daran gewöhnt, uns die Welt erklären zu lassen, statt selbst lebendig zu sein und dieses Leben selbst zu entdecken. Und Teil dieser Erklärung ist es, dass wir uns vor dem Leben in Sicherheit bringen müssen. Alles, bloß nicht tief fühlen. Alles, bloß nicht hilflos sein. Alles, nur nicht spüren, dass wir das Leben nicht unter Kontrolle haben. Und es auch nicht unter Kontrolle bringen können. Weil sich das Leben nicht kontrollieren lässt. Weil es lieber abstirbt, als sich einem wahnsinnigen Diktat zu beugen. Weil es dann erodiert und unfruchtbar wird. Und das alles lässt uns völlig ungerührt. Solange wir eigene Ziele verfolgen, berührt uns das alles nicht. Uns als kultivierte, „aufgeklärte“ Bürger. Die wir nach Auffassung des Staates zu sein haben. Die Herangehensweise des Staates und der von ihm beschützten Konzerne ist dabei immer dieselbe: Noch mehr Daten, noch mehr sinnlose Studien und Analysen und damit noch mehr Dünger, noch mehr impfen, noch mehr produzieren, noch mehr Kontrolle, noch mehr Krieg. Und das alles nur, um die innere Leere zu übertünchen. So lässt sich einfach immer weiter sinnlos reden. Damit alles so bleiben kann wie es ist. Und dabei doch so aussieht als wären wir alle betroffen. Was wir sind! Weil uns dieses Leben betrifft. Weil wir nichts anderes als dieses Leben sind. Weil wir eins mit dem Leben sind. Egal, ob wir das wissen oder nicht.

Wir reden über Frieden und Wohlstand als wären es Zustände, die sich herbeireden lassen. Doch die Idee braucht den Teig und den Ofen, um zu Brot zu werden. Anne Will, Markus Lanz, Frank Plasberg sind der Ersatz für den Teig und den Ofen. Sie sind der Ersatz für die wahre Handlung. Schwerste Narkotika für das „aufgeklärte Volk“, das sich eben nur deshalb für aufgeklärt halten kann, weil es Lippenbekenntnisse mit Handlungen verwechselt und damit weiterhin so tut als wäre das Covid-19 Virus an unseren Maßnahmen gegen das Virus schuld. Dabei zeigt uns der Umgang mit der Pandemie nur, dass wir den Kontakt zu uns selbst und zum Leben so gut wie vollständig verloren haben. – Wir? Nein. Hier kann es kein „wir“ mehr geben. Weil es hierbei allein um Dich geht. Und damit um mich. Um mich als individuelles Erleben, das sich selbst wahrnimmt. Was mir das alleinige Recht an mir zurückgibt! Und dieses Recht kann mir nicht gegeben werden. Weil ich es bin. Ich bin das Recht an mir selbst und damit eins mit mir als Gewissen. Was nichts anderes heißt als: Ich empfange mich ganz unmittelbar und bin in Übereinstimmung damit.

Monokultur ist die Seuche eines Geistes, der sich selbst nicht mehr in Frage stellen kann, weil er glaubt es besser als das Leben selbst zu wissen. Im Falle der Tiere heißt das, abgeschirmt von jeglicher Anwesenheit vollkommen entrechtet im Dreck angebunden zu sein. Im Falle des Menschen heißt es, gut versorgt und bestes unterhalten vom Leben abgelenkt zu werden. Von einem solchen Geist sind wir befallen und gefangen genommen. Gegen unseren Willen. Von dem wir nichts mehr „wissen“.

Der Wille des Lebens ist der einzige Wille, der mich bestimmen darf.

Es ist der Wille, der sich mir auf allen Ebenen zugänglich macht, wenn ich bereit bin, mich ganz auf mich als dieses Leben einzulassen. Fressen, Habenwollen, Horten und dabei endlos viel Angst haben – das ist die Religion der „neuen Zeit“ – und den Preis dafür bezahlen wir. Dieser Wahnsinn kostet uns Tag für Tag ein in Dankbarkeit empfangenes Leben.

Bewusst sein. Unbewusst sein. Das Sein kennt zwei Zustände. Einen, den es nicht kennt und einen, der ihm erscheint. Es ist sich seiner bewusst oder nicht bewusst. Aber in jedem Fall ist es. Weil es das ist, was „sein“ ist. Sein! Allein aus diesem Grund braucht sich Gott als Mensch. Um zu sich zu kommen und zu verwirklichen, dass nichts außer dieser Existenz ist. – „Und ‚er‘ sah, dass es gut war“. Nein, so war es nicht. Und so ist es nicht. Gott sieht nicht. Nicht durch diesen Menschen! Weil dieser Mensch alles andere als das Wahre sieht. Und allein deshalb das Schlechte bewirkt! Gott sah bisher gar nichts, außer sich selbst in der Form eines sich in sich selbst irrenden Menschen. Der aus dem Paradies einen von allen guten Geistern verlassenen Ort der Missachtung des Heiligen Lebens gemacht hat und gerade wieder einmal dabei ist, seinen Wahn über das Leben zu stellen. Damit kann dieser Mensch nicht verwirklichen, dass er eins mit sich als Quelle ist! Was Gott im gedanklichen Jenseits seinen einzigen Zufluchtsort finden lässt!

Sprachlose Schönheit. In sich selbst gebettet. Von sich selbst umgeben.

Foto: Ben Hollenbach

Dabei kennt die Göttliche Liebe keine Polarität, selbst wenn sie als Polarität erscheint. Aber was nützt es, von dieser Nichtpolarität zu sprechen, wenn sich der Einzelne nicht einmal wagt, sich selbst als Polarität wahrzunehmen? Da sind wir beim Höhlengleichnis. Ich kann nicht zu mir als Geist aufsteigen, wenn ich angekettet Schatten zu lesen versuche und mir diese Schattenwelt zur einzigen Wirklichkeit geworden ist. Damit erkenne ich nicht, dass ich an Vorstellungen gebunden bin, unter denen ich leide. Diese Vorstellungen führen in eine Wirklichkeit, die es nicht gibt. Und die erst aufgrund meiner Unwissenheit – von der ich nichts weiß! – zu meiner Realität und einzigen Wirklichkeit werden kann.

Hier auch noch „einen Gott“ einzuführen, führt zu nichts. Außer in die Kirche. Das kann nicht der Weg sein. Dieser Weg lässt sich nicht spüren. – Nein, es geht mitten hindurch. Durch Dich als unbewusst angenommenes Glaubensbekenntnis und damit durch Dich als Person. Der Glaube an Dich in vorgestellter Form ist es, der verbrennen muss. Und dafür bedarf es einer Erschütterung, die es Dir nicht mehr gestattet, Dich wieder auf altbekannte und damit überaus bequeme, wenn auch sehr schmerzhafte Weise zusammenzusetzen.

„Gott ist alles, was ist.“ Diese Aussage ergibt schlicht keinen Sinn. Weil Gott ohne Dich nicht ist und nicht sein kann, obwohl nichts als Gott ist. Der aber empfangen sein will. „Dein Wille geschehe!“ Insofern bist Du die Mutter Gottes. Weil Gott ohne empfangende Menschen Kirche ist – und bleibt. Eine haltlose Vorstellung. Die sich nicht erreichen lässt. Und sonst nichts. Das hat die Idee von Gott für die Patriarchen so interessant gemacht. Die aus „ihm“ ein Werkzeug gegen die Verwirklichung der Liebe und damit gegen den Menschen und das lebendige Leben gemacht haben …

Einzig die Gottverwirklichung führt zum Erwachen ins Göttliche hinein und nicht die Frage, ob es das Göttliche gibt oder nicht. – Denn die Frage ist immer: Für wen?! – Natürlich gibt es trotzdem nichts als Liebe. Aber was nutzt eine Liebe, die sich nicht erkennt und damit zu einem Lippenbekenntnis verkommt? Zu einem: „Was Gott zusammengeführt hat, das soll der Mensch nicht trennen.“ Nichts. Die sich selbst nicht erkennende und dabei verwirklichende Liebe ist ebenso wenig Liebe, wie ein Same Baum ist. Der Same braucht den Boden, der ihn empfängt, der ihn in sich bettet und damit ganz in sich hinein finden lässt. Als Ausdruck! Das entspricht dem Prinzip der Liebe!

Die Illusion hat ihren Preis. Sie kostet Dich das wahre Leben.

Alles hat seinen Preis. Alles. Eine illusionäre Wirklichkeit lässt sich nur auf Kosten dieser illusionären Wirklichkeit erkennen. Und dennoch können Illusionen Wirklichkeiten hervorbringen. Das dürfen wir gerade in so großer Deutlichkeit bezeugen. Insofern ist es mir an diesem Punkt wichtig, nicht die Bodenhaftung zu verlieren und ins Göttliche zu entschwinden. – Wer Gott verwirklicht hat, bedarf meiner Worte nicht. Und wer das Göttliche ahnt und verwirklichen will, braucht mehr als schöne und erhebende Worte. Die Gottverwirklichung ist nicht gemütlich. Es gibt eben keinen Erntedank, wenn die Ernte geschändet ist. Gott liegt also auch in der Handlung! Und dafür muss ich anwesend sein. Und mir darüber klar werden, dass das meine Hände und damit Gottes Hände sind!

Von sich selbst übersehen zu sein, das ist es, was uns so klein macht. Solange wir uns selbst übersehen, werden wir das lebendige Leben „übersehen“ und alles über uns glauben, was uns eingetrichtert worden ist. Solange Du Dich übersiehst, überfühlst, überhörst und damit nicht direkt wahrnimmst, musst Du immer wieder dem Wahnsinn anheimfallen, mit dem Du Dich zu kollaborieren gezwungen fühlst, schlicht weil Du in dieser Welt überleben möchtest. Und das macht deutlich, worum es hier geht. Man schneidet Dich von Anfang an von den natürlichen Ressourcen ab, damit Du tust, was man Dir sagt. Mit anderen Worten: Du wirst daran gehindert, Dich selbst zu entdecken, um Dir selbst gemäß zu sein. Dabei hast Du ein Recht an Dir selbst oder anders gesagt: Niemand hat ein Recht an Dir. Niemand hat das Recht, Dich zu einem Werkzeug für Dir fremde Absichten zu machen. Niemandem ist es gestattet, Dich zum Objekt zu machen. Damit kommst Du zu Dir als Gefühl, zu Dir als lebendigem Impuls, der sich durch diesen Körper im Geist verwirklicht. Als das Heilige Leben. Und damit als das Leben-an-sich.

Wir sind so klein und damit willkürlich steuerbar, weil wir uns in dieser Kleinheit antrainiert worden sind. Und das nur, um uns und der Welt das Gegenteil zu beweisen. Angst ist es, die uns treibt. Die uns zum Handeln treibt. Weswegen jetzt die letzten geistigen Reserven darauf verwendet werden, uns unter die Kontrolle eben dieses Geistes zu bringen! Eines Geistes, der dem Leben nicht vertraut! Und damit aus Dir macht, was Du nicht bist. Einen geistigen Clown. Der blind um sich schlägt, weil er die Dämonen nicht lokalisieren kann.

An der Oberfläche leben wir als professionalisierte Menschen, als Macher, die eigene Pläne und das Leben fest im Griff haben. Was nichts als eine Lüge ist. Wir haben Angst, fühlen uns unbedeutend und klein und versuchen uns und anderen vorzumachen, dass es anders wäre. Wir verkaufen uns, stellen uns selbst dar, bereiten uns auf alles vor, um zu bestehen, um ein gutes Bild abzugeben, um es uns selbst und allen anderen zu beweisen. – Aber wer tut so etwas? Wer fühlt sich gezwungen, sich auf diese Weise darzustellen? Jemand, der sich nicht kennt. Jemand, der keine Ahnung davon hat, dass er wirklich ist, dass er selbst tatsächlich anwesend ist. Weswegen er eben nicht anwesend ist. Oder nur als Schatten seiner selbst!

Schatten beweisen sich ihre Größe indirekt. Weil sie getrennt von ihrer Quelle leben. Im Schatten der Angst. Als Person. Die ihre eigenen Vorstellungen und Träume hat und haben muss, solange sie sich in dieser unglaublich beengten und beengenden Form glaubt! Solange sie nicht über sich als diesen Glauben hinausfindet. Der ein angenommener, ein oktroyierter, ein gesellschaftskonformer Glaube ist. Ein Glaubensbekenntnis, dass Dich entmächtigt und Dich Dir selbst gegenüber in einer ewigen Trance hält. Wofür Du mit Gütern und gesellschaftlicher Teilhabe belohnt wirst. – „Mit dem Impfpass zurück in die Freiheit!“ – Selten war dieser Glaube deutlicher sichtbar als heute. Und nie wurde dieser Glaube so sehr bestätigt, wie heute. Damit sind wir wieder bei den Schafen und den guten Hirten. Weil diese Hirten nur sein können, solange Du ihr Schaf spielst. Weil die Schafe, die sich als Hirten verkleiden, nur solange Macht über Dich haben, wie Du ihren Erzählungen über Dich glaubst. Und Dich weiterhin von ihnen kultivieren lässt, damit sie weiterhin ihr toternstes Spiel mit Dir treiben können.

Wir beten die Angst vor dem Leben an und halten das für „vernünftig“.

Wie kann es sein, dass wir in einer Welt leben, die Angst vor dem Leben hat? Die sich gegen das Leben abschirmt, es erniedrigt, nicht erkennt und damit sich selbst gegenüber in einer dauerhaften Entwürdigung lebt? Wir haben Angst vor der Zukunft, weil wir unsere Zukunft sind! Wir sind die Zukunft, die es nicht gibt, wenn wir uns weiterhin diesem toten Geist unterstellen, der in der Welt etwas Objektives, und damit etwas Berechenbares und zu Beherrschendes sieht. Dieser Geist ist es, der unterdessen Dich berechnet! Du bist eine statistische Zahl, eine Einheit mit einem Verkehrswert. Und dieser Verkehrswert richtet sich danach, ob Du Dich in den Dienst derer stellst, die die Manipulation auf die Spitze getrieben haben, indem sie Dir Sicherheit vorgaukeln und Dir dafür immer mehr Angst machen! – Versuche Dich für einen Augenblick von diesem Wahnsinn zu entkoppeln. Erlaube Dir, Dich zu spüren. Und erlaube Dir vor allen Dingen, das Leben ganz unmittelbar und auf überaus einfache Weise zu spüren. Als Baum. Als sein Grün. Als die Vögel in seinen Zweigen. Was für eine Freude! – Und das alles kannst Du ganz unmittelbar am eigenen Leib spüren, weil Du Dich immer noch im Resonanzfeld der Dir eigentlichen Vitalität befindest.

Darum: Es geht um Dich und damit mitten hindurch. Durch Dich als unbewusst angenommenes Glaubensbekenntnis und damit durch Dich als Person. Der Glaube an Dich ist es, der verbrennen muss. Dafür bedarf es einer Erschütterung, die es Dir nicht mehr gestattet, Dich wieder auf altbekannte und damit überaus bequeme, wenn auch sehr schmerzhafte Weise zusammenzusetzen.

Macht euch die Welt untertan? – Damit beschreibt die Bibel die Hölle. Den Gott der Hölle! Der das Leben in eine Wüste verwandelt, in ein unfruchtbares Land, in dem auf Teufel komm raus verkauft wird, was nicht zu verkaufen ist. Das Leben selbst. In dem sich auf Teufel komm raus kaufen lässt, was nicht zu kaufen ist: Freude, Glück, Stille – Zufriedenheit und ein sich selbst feierndes Erleben in all seinen Dimensionen.

Die Monokultivierung der Welt entspringt einem Geist, der neben sich nichts anderes mehr gelten lässt. Sie entspringt einem Geist, der nicht bereit ist, im Leben anzukommen. Weil das Leben ihn wandeln würde. – In uns hat sich eine geistige Monokultur ausgebreitet der wir, ohne es wirklich erkannt und verstanden zu haben, bereits zum Opfer gefallen sind. Weswegen wir diese Welt für normal halten und uns ihrem Diktat beugen. Das ist es, was erkannt werden muss, bevor es zur Erlösung kommen kann. Weil sich das Leben selbst nicht leugnen kann, weshalb es sich unablässig selbst empfängt. Allein die Verwirklichung dieses Empfangs bringt Dich vor den wahnhaften Einflüsterungen dieser Welt in Sicherheit.

© Daniel Herbst

 

Nur noch überleben …

Nur noch überleben …

Daniel Herbst Wenn es nur noch ums Überleben geht

No more sweet talk – Malcom X

Wir befinden uns in einem Propagandakrieg, der uns das Menschliche austreiben soll.
Wenn es nur noch ums Überleben geht …

Bewusstsein ist die erste Berührung. Durch die dieses Leben in die Gegenwart seiner selbst findet. Hierher. Als Du. Und zu Dir. Berührung ist es auch, durch die das Leben in sich einzieht und zu sich kommt. Das Leben zeugt und bezeugt sich durch Berührung. Damit sind Zeugung und Bewusstsein letzten Endes dasselbe, wenn auch auf verschiedenen Ebenen. Wobei Leben, dass sich selbst nicht berührt, in sich als tote Verkörperung eingeschlossen ist. Und wie tot erstarrt. Wodurch es unberührbar wird. Unberührbarkeit ist ein zutiefst pathologisches Phänomen. Adolf Hitler war unberührbar. Allein sein Schäferhund „Blondi“ konnte ihn zu menschlichen Gefühlen anregen.

Die „Nationalakademie“ Leopoldina, das RKI, Herr Drosten und ein geradezu ekstatischer Herr Lauterbach, der durch Corona endlich eine Aufgabe und damit seinen Lebenssinn gefunden hat – dieses „Konglomerat der Vernunft“ bestimmt seit nunmehr fast 9 Monaten unser Leben. Wer sich heute noch wie ein lebendiger Mensch fühlt, macht sich bereits verdächtig und muss damit rechnen als unsolidarischer Gefährder vom Verfassungsschutz verfolgt zu werden.

Wir haben es vorgezogen zu gehorchen …

Die Süddeutsche ist sich heute (9.12.) nicht zu plump 242 Epidemiologen erklären zu lassen, warum Händeschütteln auch früher schon keine gute Idee war. Und umarmen auch nicht. Und küssen. Und Zärtlichkeit überhaupt. – Das, womit wir es hier zu tun haben, ist das dunkelste Mittelalter revisited – eine Heimsuchung. Wir werden von einem Geist heimgesucht, der uns immer noch dominiert. Weil wir es bisher vorgezogen haben, zu gehorchen – statt uns selbst zu entdecken! Und Frau Käßmann, die protestantische Vorzeigechristin teilt ebenfalls in der Süddeutschen mit, dass Gott keine Pandemie schickt, weil Gott uns nicht für unsere Lebensweise straft!

Zitat: Ich bekomme überraschend oft die Frage gestellt, ob Corona eine Strafe Gottes sei. Wir als Menschheit hätten gegen die Natur gelebt mit unseren Flugzeugen und Kreuzfahrtschiffen, und nun bestraft uns Gott für unsere Lebensweise. Als sei Corona unsere Sintflut. SZ: Und ist sie das? Und Käßmann: Nein. Die Bibel hat da eine ganz andere Geschichte parat. In der Erzählung von der Arche Noah sagt Gott nach der Sintflut, dass er nie wieder zerstören werde. Der Regenbogen wird zum Zeichen für das Versprechen. Gott bestraft uns nicht dafür, wie wir leben. Er schickt keine Krankheiten und keine Unfälle. Gott schickt keine Pandemie …

Puh, da haben wir ja wirklich Glück gehabt. Das Gott zum Vater der Selbstsüchtigen mutiert ist. Es gibt also nach dieser Lesart überhaupt keinen Grund uns selbst einmal wirklich zu fragen, was wir hier auf diesem Planeten eigentlich treiben. Weil die Bibel eine ganz andere Geschichte erzählt, wie Frau Käßmann weiß. Nämlich die Wahrheit. Und die schützt uns davor, zu Bewusstsein zu kommen und aufzuwachen! Da sind wir wieder bei der Nachfolge Petri und damit beim Hirten und seinen Schafen.

Welches Leben ist es wert zu überleben?

Heute erklärt uns die Wissenschaft dasselbe mit anderen, nicht weniger abstrusen Worten. Was dazu führt, dass sich die Regierungen weltweit für uns immer absurdere Verhaltensmaßnahmen ausdenken. Was z. B. dazu geführt hat, dass das kleinen Dänemark mit seinen nicht einmal 6 Millionen Einwohnern im November in einer Nacht und Nebelaktion mehr als 15 Millionen! Nerze töten ließ, weil bei einer einstelligen Zahl (d. h. weniger als 10!) „das Virus“ nachgewiesen werden konnte. Und das gibt den auf diese Weise Denkenden das Recht, nach Art des 3. Reiches rigoros und mit bestem Gewissen das Unwerte zu töten. – Ja, es bedarf dieser Deutlichkeit. Schließlich ist ein Nerz auch ein lebendiges und empfindungsfähiges Wesen.

Was uns in der Menschheitsgeschichte rigoros abgewöhnt worden ist, ist die Achtung vor dem Leben. Das selbst lebendig und empfindungsfähig ist. Sich selbst berührend. Und genau das ist es, wovon wir durch die Verwissenschaftlichung der Welt getrennt werden sollen: Von uns selbst. Von uns als dem lebendigen Mysterium, dass sich in allem Lebendigen wiedererkennt. Stattdessen sollen wir rechnen, bedenken, klar sein, nein, besser noch analytisch und kalt. Nur auf das Überleben ausgerichtet, aber dem Leben gegenüber vollkommen gleichgültig. Nur noch funktionierend, produzierend und konsumierend.

Aus Angst vor einem mutierten Coronavirus ließ Dänemark Millionen Nerze keulen. Doch damit nicht genug: Nun, so berichtet die Tagesschau, drohen die Kadaver das Trinkwasser zu verunreinigen. Die Regierung erwägt nun, die Kadaver wieder auszugraben. – Hat das noch etwas mit Intelligenz zu tun? Oder sehr viel eher mit einem Herrschaftsanspruch, den niemand der Intelligenz für sich in Anspruch nimmt, vor sich rechtfertigen kann. Wir sind das Virus dieser Welt. Das wird immer deutlicher. Und es ist höchste Zeit, das einzusehen. Weil es das Leben sonst macht, wie es das Leben eben macht. Es sortiert nach seinen eigenen Maßstäben aus. Dafür braucht es keinen jenseitigen Gott. Der uns gestohlen bleiben kann. Weil das, was Gott ist, das Leben selbst ist! Schon mal drüber nachgedacht, Frau Käßmann?

Mit blutigen Händen danken wir Gott

Und dann feiern wir wieder Erntedank mit Ähren im geflochtenen Weidenkorb, hübsch auf dem Altar dekoriert und danken Gott für seine Gaben, während wir Tiere auf die bestialischste und entwürdigendste Weise halten und diese zutiefst gedemütigten Wesen dann in Tötungsfabriken keimfrei und mundgerecht in Plastik verschweißen. Fleisch ist ein Stück Lebenskraft. Ja, danke Gott. Das ist echt schön von Dir, dass Du uns das einfach so durchgehen lässt. Dafür sagen wir jetzt auch nicht mehr Zigeunerschnitzel, weil das diskriminierend ist.

Als sich der Mensch zur Krone der Schöpfung erklärt hat, ist er vor sich selbst in den Dreck gefallen. Und hat sich zu etwas gemacht, was er in Wirklichkeit nicht ist: zu etwas Besonderem. Zu etwas Einzigartigem. Zu etwas, dass das Recht hat, die Welt allein aus seiner Perspektive heraus zu definieren. Eine Antwort darauf sind die Umweltzerstörung, das Artensterben und die Vergötterung des Besitzes. Der in einer solchen Welt zur einzigen Wirklichkeit aufsteigt. Und eben deshalb gehen wir mit COVID-19 so um, wie wir es tun. Weil wir glauben, dass wir ein Leben haben, das uns gehört. Und das muss geschützt werden. Auf Teufel komm raus.

Diese Art die Welt zu sehen, bereitet dem Leben die größten Schmerzen. Diese Art das Leben zu sehen, hat nichts mehr mit dem Leben zu tun. Im Gegenteil, durch diese Art auf das Leben zu schauen, entwürdige ich mich selbst und das Leben! Und werde dabei so schwach, dass ich nichts mehr machen kann.

 Stopp!

Wenn wir bereit sind uns berühren zu lassen …

Intelligenz ist nicht determiniert! – Darauf weise ich so gern hin, weil Intelligenz etwas ganz anderes ist, als wir denken! Das Leben selbst ist, was Intelligenz ist. Und diese Intelligenz zeigt sich uns. Sie wird uns erst dadurch zugänglich, dass wir leben. Aber nur, wenn wir auch leben wollen – was nichts anderes heißt als: Wenn wir bereit sind, uns vom Leben berühren und damit führen zu lassen.

Das Leben selbst ist ein reiner Überschuss. Es ist ein „Zuviel“. Wie Lachen. Wie Fantasie. Wie alles, was echt ist, echt und damit spontan. Und Freude macht. Das Leben ist etwas, was es nicht braucht. Etwas, was niemand braucht! – Das erst macht das Leben göttlich! Das erst macht aus dem Leben, was es ist. Einen kreativen Fluss, der nicht an sich halten kann. Und alles mit sich reißt, was ihm widersteht. – Einfach weil es das Leben ist – und weil es in Wirklichkeit nichts anderes gibt!

Davon weiß das Tote in uns nichts …

Die Klimakatastrophe ist keine Katastrophe für das Leben. Sie ist eine innere Katastrophe. Es ist die Katastrophe eines Menschen, der sich selbst nicht mehr spürt. Und diese Katstrophe wird seit den 1980er Jahren analysiert und diskutiert. „Was ist zu tun?“ – Das ist das große Rätsel. Wie können wir etwas ändern, ohne uns zu ändern, fragt sich der vom Leben getrennte Denker, der sich allein mit sich selbst beschäftigt. Das Leben ist ihm dabei in Wirklichkeit vollkommen egal. Und zwar egal, weil er es nicht versteht. – Und nicht verstehen kann. Er versteht nur, was es sich selbst zurechtlegt. So begrenzt ist er! Das in seinen Gedanken Zurechtgelegte führt in eine Welt, in der niemand leben will und kann. Es führt in eine vom Odem des Lebens angeschnittene Verschleierung, in der sich niemand mehr erkennen kann. Und nur noch nach einem fremden Diktat wie ein Soldat funktioniert.

Angst führt uns in die Katastrophe

Dabei ist das Leben ein wilder, majestätischer Tanz, der sich ganz verbrennt, wenn er wirklich erlebt wird und dabei geistvoll übersetzt. Geistvoll heißt, diese Majestät entdeckend. Um aus dieser Größe heraus unbeschwert von kleinlichen Einflüsterungen zu leben. Diese Einflüsterungen kommen alle aus der Angst und damit aus einem Weltbild, das uns an den Rand der Katastrophe geführt hat, die wir jetzt auch auf diese Weise spüren dürfen …

Niemand will lethargisch, wie paralysiert und freudlos sein. Das Leben ist es nicht. Und Du willst es nicht. Wer will es dann? – Was ist das Tote, dass das Lebendige in uns kontrollieren und abtöten will? Kann es wirklich sein, dass es mir verboten ist, mich zu mir zu lassen, mich selbst zu empfinden und auszudrücken? Könnte es nicht sein, dass es mir nur verboten ist, weil sonst immer mehr Menschen auf die Idee kommen könnten, es wirklich mit sich selbst zu tun haben zu wollen? Was uns erst zu uns als Menschen anheben würde. Zu Individuen, die sich selbst erleben. Zu Individuen, die ihr Leben selbst entdecken, die selbst tanzen, selbst küssen und sich von allem, was sie zutiefst berührt verzaubern und leiten lassen …

Davon weiß das Tote in uns nichts. Das, was wie abgestorben in uns in heimlicher Verzweiflung vor sich hinvegetiert. Das, was wir immer wieder nur „verstehen“ aber nicht wirklich erlösen wollen. Weil uns die wirkliche Begegnung mit dem Toten in uns zum Leben anheben würde. Zum Leben, dass nicht verstanden, sondern gelebt werden will. Als Fantasie, als Lust, als Tanz, als Poesie, als Berührung, als ein Ergriffensein von Nichts. – Was soll das sein? – Unnötiges Zeug! Träumereien, die fürs Überleben einfach nicht notwendig sind. Sagt der Tote, der wie ein Alkoholiker nur gut versorgt sein will. Und so lange wie möglich am Leben sein will. Weil er nichts anderes hat als das, was ihm gehört. Weil er nichts von sich als lebendiger Selbst-Beziehung weiß. Weil er sich anderenfalls nicht mehr ausweichen und wegerklären könnte.

Ein ordentlich absolviertes Leben

Ja, so sieht es aus in der zweidimensionalen Welt, in der wir geboren werden, um etwas aus uns zu machen. Um jemand zu werden, ein Haus zu bauen, Steuern zu zahlen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Und dabei tüchtig sparen, damit wir es uns leisten können, uns am Ende unserer Tage der liebevollen Fürsorge in unseren Pflegeeinrichtungen zu überlassen. Ja, das klingt nach einem schrecklich vernünftigen, nach einem ordentlich absolvierten Leben.

Das alles ist toter Geist. Und dieser tote Geist führt sich jetzt noch einmal in ganz schrecklicher Maskerade auf. Die Corona-Reglementierer sind dieselben, die für den Umweltschutz, das Tierwohl und für die Monokultivierung unserer Böden zuständig sind. Sie sind die Hüter des Status quo und die Garanten dafür, dass wir unser Selbstverständnis nicht in Frage stellen. Sie kultivieren alles, was verhindert, dass es zu einer echten und damit gelebten Transformation im Bewusstsein des Menschen kommt. Und dafür brauchen wir auch ein Finanzsystem, dass uns aus gutem Grund große Angst macht und ein immer größeres Ungleichgewicht schafft. Damit wir motiviert sind und es auch bleiben.

Dieses Finanzsystem sagt, dass alles irgendjemandem gehört. Und zwar egal ob er es braucht oder nicht. Denn das, was einem anderen gehört, ist Dir vorenthalten. Und das heißt, dass wir auf diesem Planeten Menschen verhungern lassen, damit klar wird, wie wichtig es ist, an dieses System angeschlossen zu sein. Und jetzt ist es eben notwendig „solidarisch“ zu sein. Warum? Weil es die „systembeherrschende Klasse“ sehr viel einfacher hat, wenn sich das Volk kollektiv nicht mehr spürt und sich von ihr fachkundig führen und belohnen lässt.

Ja, wir werden mit allem versorgt, was wir brauchen. Wenn wir kooperieren. Nicht nur mit jeder Menge Unterhaltung, sondern auch mit „Seelennahrung“. Ja, so nennt „man“ das. Mit Drogen, die den Verstand dumpf und den Körper krank machen. Aber solange sich etwas damit verdienen lässt … Alkohol, Zucker, Fleisch und Nikotin sind unverzichtbare Narkotika in einer Welt, in der es darum geht, dass Du Dich auch weiterhin übersiehst. Damit alles so weitergehen kann, wie es schon immer war. Damit Du auch weiterhin bereitwilligst gegen Deine Interessen kollaborierst und es Dir nach Feierabend einfach nur noch gut gehen lassen willst. Gerade jetzt! Bei all dem Stress. Und jetzt auch noch mit Corona! – Ja, da kann man nichts machen …

Na dann Prost!

In diesem Sinne,
von Herzen.
Daniel

Der Witz Gottes

Der Witz Gottes

Autorin: Nicole Paskow

Es war Dienstag Nacht, kurz vor ein Uhr. Ich war schon im Halbschlaf. Halb hinübergeglitten in die leichte, von allem losgelöste Abwesenheit meiner selbst, da hab ich ihn genau gesehen. Den Witz Gottes. Ein Witz über den ich nicht lauthals lachen kann, der aber dennoch sehr, sehr gut ist. Ich musste augenblicklich an meinen Laptop springen und über ihn schreiben. Über den Ursprung dessen, woraus sich Humor entwickelt hat. Über den Urwitz, der sich so gut versteckt, dass ihn nur jemand „kriegt“, den es nicht gibt. Ich hab ihn wahrscheinlich auch nur gekriegt, weil es mich schon halb nicht mehr gab und weil ich eine Affinität zu solcher Art Witzen habe.

Den Witz Gottes kann man nicht erklären. Er verliert dadurch, wie jeder andere Witz, die Pointe. Und um die geht es. Immer. Weil sie der ganze Dreh und Angelpunkt ist. An ihr scheitert unser Verstand. Deshalb müssen wir lachen. Das ist das Ergebnis einer Pointe, die gezündet hat. Sie verursacht einen Kurzschluss im Verstand und der löst Lachen aus oder plötzliches Begreifen, was genauso schön ist.  Wie bei einem echten Kurzschluss geht dann erstmal gar nichts mehr. Ins Lachen passt kein Gedanke.

Und weil da kein Gedanke ist, ist da auch kein persönliches Ich drin. Lachen kannst Du nur, weil Du gerade nicht denkst. Genauer gesagt, weil Du gerade nicht denken kannst. Das, was dem einfachen Gemüt sein „schweinischer“ Witz ist, ist dem Zen Meister sein Koan. Inhaltlich verschieden, doch im Ergebnis das Gleiche. Beide denken nicht mehr wenn der Knaller knallt und fühlen sich in dieser sekundenschnellen Ewigkeit zu Hause.

Über alles hinaus

Aber der Witz, den ich meine, der geht über alles hinaus. Über das ganze Leben. Wenn man die eine Seite der Medaille verstanden hat, landet man automatisch auf der anderen Seite. Deshalb beschreibe ich jetzt mal die eine Seite der Medaille, um mich dem kosmischen Vergnügen zumindest anzunähern.

Wann ist es möglich auf Wolken durch den Himmel zu klettern? Wann kannst Du Dich auf Sterne setzen und in Sphären eintauchen, die Dir alles über das Leben erzählen? Wann wird das Unmögliche möglich?

Nur dann, wenn Du in der Lage bist, Dich von allem zu lösen. Um den kosmischen Humor zu verstehen, musst Du aufhören alles auf Dich zu beziehen. Genau genommen musst Du Dich als Bezugspunkt auflösen. Stell Dir mal vor. Ja! Stell Dir mal vor! So geht es los. Kannst Du Dir vorstellen so transparent zu werden, dass Du nur noch wahrnimmst?

Du hörst auf in Gedanken zu sein

Du lässt jeden Kontext in dem Du existierst, gehen. Das heißt nichts anderes, als Du hörst auf in Gedanken zu sein. Das passiert Dir jedes Mal, wenn Du einen Film siehst.

Wenn der Film gut genug ist, um Dich zu „fesseln“, heißt das nichts anderes, als dass „Du“ nicht mehr da bist, sondern nur noch den Film wahrnimmst. Du wirst Wahrnehmung. Die Wahrnehmung, die Du bist, tritt in den Vordergrund und die Person, die Du bist, tritt in den Hintergrund.
Das passiert im Kino. Wenn die Tränen laufen, weil Du eine traurige Geschichte anschaust, die nicht wirklich existiert, aber dennoch eine Wirkung auf Dich hat. Diese Traurigkeit ist wunderschön! Ganz einfach, weil Du als Widerstand gegen die Traurigkeit gerade nicht existierst.
Du beziehst sie nicht auf Dich. Du erlebst sie.

Aber was passiert, wenn Dir das in Deinem Leben passiert? Was passiert, wenn Du, als die Person, die Du bist so sehr in den Hintergrund trittst, dass das, was Du erlebst den vollen Raum einnimmt?
Das heißt nicht zwangsläufig, dass Du nur noch im praktisch-konkreten sinnlich wahrnehmbaren Raum bist. Das heißt eben auch, dass sich Dir geistige Dimensionen erschließen, die sich nur erschließen können, wenn Du als konzeptionell gebundener Mensch nicht mehr existierst, weil Du in diesen Dimensionen, als solcher, nichts als eine Bremse bist. Eine Bremse für die Lust des grenzenlosen Bewusstseins an sich selbst.

Erkenntnis in sich selbst

Das grenzenlose Bewusstsein kann sich nur in sich selbst erkennen. Das heißt, es braucht einen Spiegel, der keine Grenzen hat. Tja. Und dieser Spiegel kannst Du nur sein, wenn Du nichts mehr von dem, was Du wahrnimmst, auf Dich persönlich beziehst. Denn „persönlich“ heißt automatisch auch „Grenze“. Dann kannst Du den Witz Gottes sehen.

Der so geht: Wenn Du Dich auflöst als festes Gefüge, kannst Du Dich als Unendlichkeit schmecken.

Ok. Anders. Deutlicher: Deine Probleme sind das direkte Ergebnis Deiner Abwehr zu erleben, was Du erlebst. Du, als an Deine Gedanken Verlorener, bist in Deinem Lebensfilm zu präsent. Deshalb kannst Du den Film nicht richtig mitbekommen. Wenn Du im Kino daran denkst, was Du danach machst, kriegst Du den Film nicht mit. Du bist viel zu identifiziert mit Deinen persönlichen Inhalten.

Jetzt küsst mich der luftige Advaitin und der Tantriker stößt mich von seinem sinnlichen Sofa. Weil beide zu kurzsichtig sind und die Medaille nicht sehen, auf deren Seiten sie beide prangen.

Erst wenn ich mich von der Nicole lösen darf, die von dort kommt und dahin geht, die glaubt zu wissen, wer sie ist und welche Möglichkeiten sie hat oder nicht hat, die glaubt geistig und emotional abhängig zu sein von der Liebe des einen und von dem Wohlwollen des anderen, oder von den richtigen Umständen, ihrem Job, den wissenschaftlichen Erkenntnissen, der öffentlichen Meinung, Corona, ihrem Bankkonto …

Erst wenn ich sie gehen lassen kann, kann ich Wolken erklimmen, auf Sternen reisen, herrlich luftig küssen, unerschrocken lieben, Mysterien entdecken, auf der Matrix tanzen, stehen bleiben im Sturm und still sein in der Hölle. Hier erlebe ich mich.

Enge geistige Grenzen

Weil sich die engen geistigen Grenzen auflösen, die mich von der Direktheit des Lebens trennen. Dieses Konglomerat aus automatischen Gedankengebilden, das den Namen Nicole trägt, ist nichts als der Widerstand gegen die unmittelbare Wahrnehmung dessen, was Wirklichkeit ist.

Und für die wirkliche Wirklichkeit gibt es keine Worte mehr. Weil hier nur noch Erleben ist. Kein Widerstand gegen das Erleben bedeutet es darf sein. Alles. Und Du als Erleben, dass sich seiner selbst bewusst ist, bist darin und erlebst da heraus. Und jetzt lässt mich der Tantriker auch wieder auf sein samtiges Sofa.

Jetzt bin ich nämlich mitten im Leben und erlebe es von „innen“. Warum? Weil kein widerstrebender Gedanke mich mehr von der Unmittelbarkeit meiner Erfahrung trennt. Wie auch immer sie aussehen mag. Deshalb kann ich den Kuss als Kuss erleben und mich vollkommen an ihn hingeben. Dann bin ich nur noch Kuss und Küssen und erlebe, was das bedeutet. Jedes Innen und Außen verliert hier seinen Bezugspunkt. Und das ist schön. Weil nur noch Berührung übrig bleibt. Ob ich lache oder weine.
Ein Erleben, das sich selbst trägt.

Wenn ich nicht bin, bin ich.

Das ist ist die Pointe.

 

 

Freies, gefangenes Bewusstsein

Freies, gefangenes Bewusstsein

Autor: Daniel Herbst

Das, was wir als uns erleben, ist freies Bewusstsein. Freies, gefangenes Bewusstsein. Also freies Bewusstsein, das sich in Gefangenschaft erlebt. Statt uns in den Stumpfsinn der Gefangenschaft zu ergeben, können wir verwirklichen, dass wir sind, was freies Bewusstsein ist. Und nur weil es frei ist, kann sich in ihm die schmerzhafte Erfahrung erleben, gefangen zu sein.

Es genügt nicht, mir immer wieder zu erzählen, wer ich angeblich sei, dass ich das allem zugrundeliegende Zeugenbewusstsein bin, und damit das, was Freiheit ist. Das ist eine völlig unzulässige Verkürzung, in der ich mich in meiner Aktualität übersehe. Woraufhin ich gegen das, was ich als mich erlebe, zu kämpfen beginne oder es einfach immer umfassender ignoriere. Dadurch gerate ich in eine immer tiefere, nicht durchschaute Gefangenschaft mir selbst gegenüber und trenne mich „endgültig“ von mir. Und genau durch diese Abspaltung schließen sich die Gefängnistore. Diese Abspaltung sind die Gefängnistore. Ich werfe mich selbst als das Übersehene in mir in den Kerker und begreife nicht, dass ich dieses Eingekerkertsein dann am eigenen Leib zu erfahren habe.

Um es so deutlich wie möglich zu sagen: In diesem Zustand lebe ich zwei Leben. Und betrüge mich selbst um mich. Ich werde zu einem spirituellen Betrüger, zu einem scheinheiligen Ich, dass mit sich als hilflosem Kind nichts zu tun haben will – und es einfach unter Wasser hält. Bis es still ist. – Gefühle! Gedanken! – Pah, das ist nicht meine Welt! – Sagt wer? Solange ich mich nicht ganz sein lasse, muss ich gegen mich und meine Welt kämpfen. Und damit gegen alles, was ich nicht durchschaut habe – und nur deshalb für wirklich halte! Damit bleibe ich immer wieder an mir in Form meiner alten(!) Sichtweisen hängen. Und verpasse jede wahre Transformation. Die Transformation zu mir als dem Menschen, der mit sich übereinstimmt.

Ganz hierher ankommen

Die gute Nachricht ist: Du kannst Dich als gefangen entdecken. Und Du kannst entdecken, dass das, was Du in Wirklichkeit bist, nicht gefangen genommen werden kann. Es nimmt sich immer wieder selbst gefangen, indem es immer wieder dasselbe über sich denkt, dasselbe fühlt, dasselbe glaubt, demselben widersteht, dasselbe haben will und vom selben träumt. Genau darin besteht die Uneinsichtigkeit. Die jetzt urteilsfrei gesehen wird.

Solange Du Dir als freiem Bewusstsein gegenüber uneinsichtig bleibst, wirst Du wie ein Gefangener im freien Bewusstsein leben – und genau das erleben! Das Leugnen Deiner Gefühle, der Welt und Deines Körpers erlöst Dich nicht aus der Gefangenschaft, sondern nur die Bereitschaft, als das freie Bewusstsein, das Du bist, vollständig in diese Verkörperung einzuziehen. Es geht nicht darum, irgendwo rauszukommen, sondern darum, ganz hierher zu kommen – um in diesem Leben die Freiheit zu entdecken.

Niemand zwingt mich, die Welt so zu erleben, wie ich sie bisher erlebt habe. Niemand außer das, was in mir passiert. Und doch kann ich ein Einsehen in mich als vermeintlich gefangenes Bewusstsein bekommen und einsehen, dass alle in dieser Verkörperung spielenden Energien darüber Auskunft geben, inwiefern ich mit mir selbst übereinstimme und inwiefern nicht. Ich kann die unerlösten Energien nicht loswerden, indem ich sie leugne oder bekämpfe, sondern nur, indem ich mir eingestehe, dass sie mir wirklich etwas zu sagen haben. Damit werde ich bereit zu spüren, dass ich der Erlösung bedarf. Der Erlösung von mir in kultivierter, vorgestellter Form. Weil ich mir(!) nichts mehr zu verkaufen habe.

Dein eigener Erlöser

Du bist Deine eigene Rettung, Dein eigener Erlöser. Weil Du bist, was Bewusstsein ist und gerade die Erfahrung Deines Lebens machst. Es geht um das unmittelbare Einsehen in die Situation, die Du als Dich spürst. Du bist hilflos an Dich als Erleben ausgeliefert. Und wenn Du das wirklich „verstehst“, dann hast Du Dich nicht mehr zu ertragen, dann musst Du Dich nicht mehr Durch Dein Leben schleppen. Dann kommst Du zu Dir und verstehst die wahre Situation. Und willst einfach bei Dir sein.

Die wahre Situation ist, dass das, was Bewusstsein ist, sich als eins mit dem erlebt, was in ihm erscheint. Und wenn es sich wirklich erleben darf, kann es weit werden und von sich lassen. Und damit in die Liebe finden. Die Liebe ist das Über-mich-hinaus, in der sich niemand verlässt. Ganz im Gegenteil: Darin komme ich in und als Anwesenheit zu mir und lasse mich von mir als diesem Wesen ganz unmittelbar berühren!

Damit ist Liebe die freieste Form der Identifikation. In ihr nimmt das Bewusstsein alles, was ihm erscheint, augenblicklich an. Überall sagt es: „Ich“. Überall spürt es sich selbst. Das ist, was im Bewusstsein passiert, wenn es sich selbst als die einzige Anwesenheit entdeckt. – Liebe!

Annehmen, was schon ist

Liebe heißt: Ich bin es! Überall tönt es: „Hier bin ich.“ Dieses Hier-Sein, dieses „Hier bin ich“, sehnt sich danach, wirklich entdeckt und angenommen zu werden. Damit es sich verwirklichen kann. Es sehnt sich danach, wahrgenommen zu werden. – Von Dir! Es sehnt sich danach zu entdecken, dass es selbst aus der Liebe kommt. Aus der Intimität des Lebens für sich selbst. So nah, dass es darin nichts gibt, was nicht(s) damit zu tun hat. Alles eins! Hier. Als sich selbst erlebende Unmittelbarkeit, die meinen Namen trägt.

Letzten Endes nehme ich nur an, was schon ist. Direkt. Und dadurch verändert sich alles. Von hieraus hat niemand mehr Interesse daran, sich auf Probleme zu fokussieren, die rein gedanklicher Natur sind. Von hieraus wird nicht mehr nach Bestätigung gesucht, wird nicht mehr verglichen, hier wird niemand mehr gesucht, den ich für meinen Zustand verantwortlich machen kann. Hier fühle ich mich nicht mehr als Opfer und suche keinen Schuldigen mehr. Nein, hier habe ich es wirklich mit mir selbst zu tun. Und spüre immer deutlicher, dass ich nicht gefesselt bin! – Dass ich nicht mehr an mich als leblos übersteigerte Gedankenwelt gebunden bin.

„Ich bin in Freiheit gefangen.“ – Das ist das wahre Bild! Ich kann mich nicht aus einer Gefangenschaft befreien, die es nicht gibt. Ich kann nur erkennen, dass die von mir erlebte Gefangenschaft einer sehr verzerrten Sicht auf mich und die Welt entspringt. Zu erleben, was wirklich passiert und wer ich wirklich bin, lässt sich nur in Freiheit erleben. Und damit in vollkommener Freiwilligkeit für mich selbst …