Die ultimative Medizin

 

MAHARAJ: Leute, die glauben, dass sie in der Position sind, ihr Wissen zur Schau zu stellen, vergessen eine wesentliche Tatsache, nämlich, dass sie nach der bloßen Erscheinung gehen. Jemand erläutert Wissen und derjenige, der es erhält, beginnt die Person nachzuahmen, von der er es erhalten hat. So wird er tragen, was der Lehrer trägt, und die Angewohnheiten des Lehrers imitieren. Die Vermittlung des sogenannten „Wissens“ ist nur die von Konzepten. Das ist im Wesentlichen, wie sich Traditionen festigen und traditionelle Formen der Verehrung ins Sein kommen, wobei all das nichts mit dem grundsätzlichen Wissen zu tun hat.

Egal was Sie gehört haben und was Ihnen erzählt worden ist – soweit es mich betrifft, hat es keinen Wert. Ich möchte wissen, ob Sie die Tatsache akzeptieren, dass das einzige Wissen, das Sie wirklich haben, das Wissen ist, dass Sie sind, das Bewusstsein. Alles andere Wissen, das Sie sonst noch zu haben glauben, ist bloßes Hörensagen, etwas Erworbenes, gegründet auf das illusionäre Bewusstsein. Ist es so oder nicht?

BESUCHER: Für mich ist das so. Das Wissen, das Gepäck, mit dem ich hierhergekommen bin, ist radikal weggebrochen. Ich habe einfach kein Interesse mehr daran.

Was bleibt, ist das zugrundeliegende Konzept, das ich bin. Das ist das einzige Konzept, das bleibt und selbst das muss gehen. Wenn Sie es ermutigen, wird es alle möglichen Bürden aufbauen. Wenn Sie es ignorieren, wird es verschwinden.

Seit ich hier mit Maharaj bin, spüre ich, dass das eine, worauf er mich ständig zurückgeworfen hat, die absolute Notwendigkeit ist, im Gefühl von „Ich bin“ zu verbleiben – um es dadurch zu transzendieren. Alles andere – was ich darüber denken kann, sagen kann, dafür tun kann – wird mich nur von der zentralen Anweisung, die er mir gegeben hat, ablenken. Und es ist wie diese Anleitung, die ich zuerst beim Lesen seiner Bücher empfing, die hier in seiner Gegenwart nur noch mehr bestätigt und gestärkt wird; sie ist der Schlüssel, der für mich die verbale Form seiner Gnade darstellt.  

Am Ende muss man sogar den Bund mit dem Bewusstsein selbst aufgeben. Das ist das ultimative Ziel.

Für mich ist das der Punkt, an dem das Paradox seiner Lehre erscheint, weil man immer diese Annahme über sich selbst trifft. Und es ist, als müsse die Annahme die Annahme aufheben, die sie über sich selbst trifft. Da ist das unergründliche Element der Gnade, das da hineinkommt, um einen außerhalb dessen stehen zu lassen, was man ständig tut, um sich selbst als dieses „Ich bin“ zu definieren. Es kann nicht ausgedrückt werden.     

Derjenige, der einem spirituellen Weg folgt, erwartet, etwas zu bekommen. Aber wenn er versteht, was ich sage, dann verschwindet genau dieses Bedürfnis.

Die Erwartung selbst löst sich auf.

Als ich 2012 das Buch zum ersten Mal in die Finger bekam, hatte ich kaum Erfahrung noch irgendeine Ahnung von der Höchsten Realität. Dieses Buch hat mich beim ersten Lesen angesprochen – obwohl viel nicht wirklich verstanden. Als ich es in einer Krise “zufällig” wieder begann zu lesen – war eine so tiefe Berührung über das, was dort gesagt wurde bzw. geschrieben stand. Es berührte derart – und es machte mich unglaublich ruhig. Da spricht WAHRHEIT. Nicht nur das was Nisargadatta Maharaj äußerte – auch die Einfachheit und das Zerschmettern von allen Konzepten sollten mich dann noch jahrelang mehr und weniger bewusst beschäftigen, auch das Erkennen und Verwerfen “meiner eigenen” Konzepte. Umwerfend!

WFHD

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