Gott.Mensch.Sein - Cover

Leseprobe

Die ultimative Medizin

 

Maharaj: Viele Menschen haben eine starke Anhaftung an
ihre Individualität. Sie möchten vor allen Dingen Individuen
bleiben und dann als solche suchen. Sie sind nicht bereit, ihre Individualität zu verlieren. Während sie an ihrer Identität festhalten, wollen sie herausfinden, was die Wahrheit ist. Allerdings müssen Sie in diesem Prozess von der Identität selbst loskommen.

Wenn Sie wirklich herausfinden, was Sie sind, werden Sie sehen, dass Sie kein Individuum, keine Person und kein Körper sind. Menschen, die an Ihrer Körperidentität hängen, sind für dieses Wissen nicht geeignet.

Der Ursprung der Namen und Formen, die in verschieden Farben usw. erscheinen, ist Wasser. Aber niemand sagt „ich bin Wasser“, alle sagen „ich bin der Körper“. Wenn Sie allerdings die Herkunft des Körpers betrachten, dann ist er letzten Endes aus Wasser hervorgegangen.

Alle Pflanzen, Namen und Formen erscheinen nur aufgrund des Wassers. Dennoch identifiziert sich niemand mit Wasser; alle sagen „ich bin der Körper“. Die Existenz von Himmel und Hölle oder von was auch immer, gibt es nur auf der Erde. Allen Namen gehören Formen an, und alle Formen steigen aus der Erde auf und verschmelzen wieder mit ihr.

Also ist die Existenz von Himmel und Hölle ein Konzept.
Die Wissenschaftler machen Entdeckungen, bei denen ihnen ihr
eigenes Bewusstsein zur Hilfe kommt, das Wissen „Ich bin“. Aber was das ist, wissen sie nicht. Sie können nicht direkt an dem festhalten, was sie entdecken.

Es wurden viele Bücher geschrieben, aber letzten Endes hat Krishna – keine Person, sondern Bewusstsein in einer Form – über sich selbst geschrieben, darüber, was es ist. Und das halte ich unter all den existierenden Schriften für das Angemessenste.

BESUCHER: Sie meinen die Bhagavad Gita?
Ja, aber ich sage nicht, dass Krishna eine Person ist. Es ist Bewusstsein in einer bestimmten Form, das die Bhagavad Gita autorisiert. Dasselbe Bewusstsein ist in Ihnen. Es ist auch das Bewusstsein, das vorhanden war, als Sie ein Kind waren. Dasselbe Bewusstsein ist jetzt gegenwärtig. Während die Zeit vergeht, bleibt das Bewusstsein, was es ist. Ich nenne es balkrishna, das Kind-Bewusstsein.

Schenken Sie ihm Aufmerksamkeit, halten Sie daran fest, dann
werden Sie wissen. Das „Ich-Bewusstsein“ in einem Kind und einer älteren Person ist dasselbe. Wenn Sie die Kindheit von Menschen betrachten, die heute berühmt oder angesehen sind, von großen Gelehrten, Wissenschaftlern, Politikern – was waren sie am ersten Tag nach ihrer Geburt?

 

 

An diesem Punkt ist das Bewusstsein da, aber das „Ich-Bewusstsein“, die Identifikation „Ich bin“, ist nicht da, nur balkrishna, die Unwissenheit des Kindes. Das Kind weiß nicht, dass es existiert. Erst wenn es älter wird, weiß es, dass es ist; es erkennt die Mutter und beginnt, sogenanntes Wissen anzuhäufen und wird zu einem großen Gelehrten, zu einem bedeutenden Menschen.

Doch niemand weiß, was die Kind-Unschuld ist. Ein Jnani weiß es; aus diesem Grund wird er befreit. Er ist nicht stolz auf die Selbsterkenntnis. Der Jnani kennt den Ursprung des Bewusstseins. Das winzig kleine Bewusstsein enthält das gesamte Universum, nichtsdestoweniger weiß der Jnani, dass er nicht das Bewusstsein ist.

Welchen Stolz könnte man in diesem Fall haben? Er (der Jnani) ist der absolute Zustand, in dem das Bewusstsein „Ich bin“ abwesend ist. Wenn Sie Jnanis treffen, werden Sie es leicht haben, sie zu erkennen, weil sie überhaupt nicht stolz auf ihre Selbsterkenntnis sind. Auch dieses Wissen haben sie transzendiert. Sie sagen: „Ich bin nicht das Wissen oder das Bewusstsein. “Das Bewusstsein im Körper geht, wenn der Tod erscheint.

Und was ist mit den Würmern im Körper? Darin ist auch Leben. Aber das hauptsächliche Bewusstsein ist verschwunden. Wenn die Vitalkraft geht, fällt der Körper. Zweiundvierzig Jahre lang habe ich darüber gesprochen. Als ich meinen Guru traf, riet er mir, mich neben all die Götter zu setzen.

Er sagte mir, dass mein Bewusstsein, aufgrund dessen ich die Welt erfahre, vor allem anderen ist. Ich sollte nur auf das Bewusstsein reflektieren, zu seiner Quelle gehen und herausfinden, was es ist.

Die Tatsache, dass ich das „Ich bin“ und die Welt erfahre, ist der
Beweis dafür, dass ich unberührt war, als die Auflösung des Universums stattfand. Wenn ich währenddessen hätte sterben müssen, würde ich jetzt nicht diese Existenz erfahren.

Viele Menschen haben so etwas wie Krishna gesagt, aber wenn
jemand etwas ausspricht, sollte er erst einmal wissen, dass er ist; anschließend taucht etwas auf und er spricht. Aber bevor irgendetwas gesagt wird, muss das „Ich-Bewusstsein“ da sein.

Im Absoluten Zustand gab es eine Zeit, als keine Anwesenheit da war; dann erschien die Anwesenheit und Sie haben etwas gesagt. Vor dem Erscheinen der Anwesenheit wussten Sie nicht, dass Sie waren; egal was Sie nach dem Auftauchen der Anwesenheit gesagt haben. Obes richtig oder falsch war,
ist auch einerlei. Der Ursprung der Anwesenheit,
vom Wissen „Ich bin“, das Ihnen zueigen ist, ist im Grashalm und im Reiskorn.

Nisargadatta Maharaj

Reaktionen

In meinen Augen eine ‚Rarität‘ unter den Büchern dieser Kategorie!
Nicht nur zum ‚Lesen‘ sondern zum Verdauen und absorbieren….
eine hervorragende Übersetzung!

Robert Doetsch