Gott.Mensch.Sein - Cover

Leseprobe

Eine außergewöhnliche Abwesenheit

 

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.
– Goethe

Ich hatte niemals den Eindruck, dass die Befreiung etwas mit
mir zu tun hat, mit dem Darsteller, den die Welt Jeff ruft.
Ich hatte niemals das Gefühl, irgendwie besonders zu sein.
Tatsächlich fiel genau das weg: die Besonderheit von Jeff.
Ja, die schockierende Realisation war als sich zeigte, dass die Befreiung, nach der ich mein Leben lang gesucht hatte, überhaupt nichts mit mir zu tun hat!

Sie hat nichts damit zu tun, was ich jemals getan oder nicht getan habe. Sie hat nichts mit Anstrengung zu tun oder mit Leistung oder damit, dem Suchenden etwas hinzuzufügen. Nein, nein, nein. Der Suchende wurde zerstört, ein für alle Mal.
Und deshalb gibt es nichts zu verteidigen.

Ich schreibe und spreche nicht um zu beweisen, dass meine Herangehensweise an die Nondualität die „korrekte“ ist, was auch immer das bedeuten würde.

Er gibt bezüglich der Art, wie ich die Nachricht vermittele kein Bedürfnis, Ansprüche zu stellen, sich zu rühmen oder Versprechungen zu machen, da ich sie niemals als meine angesehen habe.

Es besteht keine Notwendigkeit, diesen Ausdruck mit einem anderen zu vergleichen. Es gibt kein Bedürfnis Lehrer, die nicht so „nondualistisch“ oder „erwacht“ wie ich sind, zu verurteilen, was zum Teufel das alles auch heißen mag. 

 

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Das ist kein Wettkampf. Es ist kein Krieg. Es ist bedingungslose Liebe und sie gehört mir nicht. Und selbst wenn ich sie besitzen könnte, würde ich das nicht wollen. Sie ist zu wertvoll.

Dadurch kommt es zu einer gewissen Demut, denke ich. Wenn
es irgendein „Kennzeichen“ der Befreiung gibt – oder wie du
das sonst nennen willst – dann vielleicht das. Ich kann nur aus
eigener Erfahrung sprechen. Weißt du, Jeff ist ständig erniedrigt vom Wunder dessen, was ist, von der Anmut des göttlichen, grundlosen, unbezahlbaren Spiels.

Und er weiß, dass seine Worte immer und für immer dem Bellen eines Hundes und dem Miauen einer Katze gleichen. Sie sind einfach Teil vom Lied des Seins, vom göttlichen Tanz von allem und nichts, der sich selbst in allem und nichts als alles und nichts zeigt, der aus der Zahnbürste singt und scheint, wenn ich morgens meine Zähne putze, der durch die Fish and Chips scheint, die ich am Strand mampfe, durch den kalten Herbstwind, während er liebevoll meine Wange streichelt, durch den Hundehaufen, in den ich auf dem Nachhauseweg trete, der meine neuen Schuhe versaut.

Das Leben passiert, aber da ist niemand, dem es passiert. Und
wenn da niemand ist, ist da niemand, der jemals abwehrend,
besitzergreifend oder gar selbstgefällig bezüglich des eigenen
Verstehens oder des Ausdrucks davon werden könnte.

Da ist niemand mehr, der weiterhin seinen eigenen Mist glaubenkann. Niemand da, der sich möglicherweise darum sorgen könnte, was die Welt über ihn oder seine „Nachricht“ denkt oder nicht denkt. Nichts zu verteidigen – das trifft genau ins Herz dieser Botschaft..

Jeff Foster

Reaktionen

Ich habe das Buch zwar noch nicht zu Ende gelesen, doch ich möchte schon jetzt sagen, dass es sich lohnt.
Wer einmal bei Non-Dualität angekommen ist, wird mit „heilsversprecherischen spirituellen Methoden“, die „das Glück in der Zukunft in Aussicht stellen“, wenn man nur dieses oder jenes befolgt, nicht mehr all zu viel anfangen können. Es sei denn, es ereignet sich dennoch. Leben geschieht, es ereignet sich und jetzt ereignet sich gerade DIES. Es gibt nur diesen Moment. Einfach lesen und sich in den gegenwärtigen Moment hinein entspannen, egal wie er ist…

Alexandra Schmitz