Gott.Mensch.Sein - Cover

Leseprobe

Neuland. In Resonanz mit dem Leben.

Neuland

Nicht betretenes Land. Neuland. Land, das existiert, bisher
aber nicht entdeckt worden ist. So wie in Dir. Das, was Du sein kannst, weißt Du nicht. Du kannst es ahnen, vermuten, Du kannst von Dir träumen, vom wahren Ich, von Dir in erlöster
Form, aber wissen wirst Du es erst, wenn Du bereit bist, aufzubrechen. Gibt es dieses Neuland in Dir, das Unentdeckte? Und steht es Dir frei, auf Dir unbekannte Weise in
Dich einzutreten?

Wenn Du genau schaust, wirst Du erstaunt feststellen, dass
Du von Neuland umgeben bist. Alles, was Du zu sein glaubst, ist
von Neuland umgeben. Da ist eine winzig kleine Insel, die Du
als „ich“ bewohnst, die Dir bekannte Welt, in der Du auf die Dir
bekannte Weise agierst, reagierst und funktionierst. Du erlebst, was Du über Dich und die Welt denkst. Du erlebst, was Du glaubst, was Du Dir wünschst und wovor Du Dich fürchtest.

Mehr kennst Du nicht. Mehr hast Du bisher von diesem Leben
nicht in Erfahrung gebracht. Und jetzt entdeckst Du, dass Du von Neuland umgeben bist. Alles um Dich herum ist Neuland. Wenn die Gewaltigkeit dieser Einsicht in Dich einbrechen darf, bist Du schon in Richtung Neuland unterwegs.

Damit steht Deiner Wahrnehmung niemand mehr vor, der seine einzige Aufgabe darin sieht, das Wahrgenommene system-gerecht aufzubereiten. Damit alles beim Alten bleibt. Damit Du weiterhin weißt, wer Du bist. Damit Du Dich weiterhin so fühlen kannst, wie Du es tust. Damit sich diese Kontinuität weitererleben kann – als Dein Leben.

Plötzlich ist ganz offensichtlich, dass Du Dich nicht mehr auf
alte Weise gegen neue Erfahrungswelten abgrenzen willst.
Dadurch werden Deine Muster überhaupt erst sichtbar.
Du lernst zu erkennen, wie Du Dich und die Welt auf allen Ebenen abgewehrt hast, um Dein Identitätsgefühl zu stärken. Und das macht plötzlich einfach keinen Sinn mehr.
Der Sinn, den die alte Welt repräsentiert hat, geht verloren.
Der Sinn für alles nicht Echte geht verloren. Von selbst.

Das macht eine andere Wirklichkeit überhaupt erst möglich.
Denn das ist es, was unser Leben ist: Eine Erfahrungs-wirklichkeit. Ein Eintauchen in eine zutiefst intime Welt,
die ganz sie selbst ist. Diese Welt ist eine Welt, die sich beim Eintreten entfaltet. Und an dieser Welt ist nichts fremd.
In ihr kann nichts fremd sein, aber es kann neu sein, vollkommen neu, ungeahnt, nicht erlebt, höchst erstaunlich, zutiefst ergreifend, vital, beglückend – und vollkommen still.

Du bist der Pionier Deines Lebens. Und dieser Pionier braucht
Beweise. Es geht ihm um ihn selbst. Es genügt ihm nicht, Dinge
zu glauben, Konzepte zu übernehmen oder anderen nachzubeten.

 

Es geht ihm nicht darum, etwas zu hoffen oder hilflos zu wünschen. Nein, Du als Dein eigener Pionier willst Dein Leben wirklich in Erfahrung bringen. Aus diesem Grund lebst Du überhaupt nur. Das wird Dir jetzt klar. Es geht um Dich. Es ist Dein Leben.

Du bist die Unmittelbarkeit, die sich selbst erlebt. Das ist es, was Du bist. Du bist dieser Pionier und der Pionier entdeckt nichts anderes als sich selbst. Das ist die Einsicht, die zum Weckruf wird, wenn Du Dir nicht mehr angstvoll auszuweichen versuchst. Der Weg des geringsten Widerstandes ist ein trostlos grauer Weg. Es ist der Weg des Überlebens, des Zurechtkommens. Aber auf diese Weise kann nichts geboren werden, was über Dich hinausführt.

Dabei gehst Du schon jetzt in diesem Augenblick über Dich hinaus, potenziell, weil das, was Du für Dich hältst, das Dir bekannte Ich, von Dir als Neuland umgeben ist. Du bist um so vieles mehr, als Du weißt. Um das, was Du nicht kennst in Erfahrung zu bringen, bedarfes einer Entscheidung.

Dieser Entscheidung geht ein Geständnis voraus, ein Eingeständnis: Ich habe es auf diesem Weg nicht geschafft, zu mir zu kommen. Ich habe mich nicht erfüllt. Ich fühle mich mir selbst und der Welt gegenüber oft hilflos. Jetzt bin ich wirklich bereit mir anzuschauen, wie es immer wieder dazu kommt.

Nur, und das ist neu: Jetzt zieht eben kein Gerichtshof ein, jetzt werden keine Anschuldigungen erhoben, keine Verteidigungs-linien gezogen und keine Handlungsstrategien ausgearbeitet – das alles ist das Alte.

Nein, jetzt wird einfach hingeschaut. Du willigst ein, Dich ein erstes Mal zuzulassen. Du vertraust darauf, dass Du Dich neu sehen lernen kannst und gibst Dir die Erlaubnis, Dich nicht mehr zu beschönigen.

Nichts vor Dir. Du entdeckst, dass Du Dir selbst gegenüber fremd geworden bist, dass Du Dich nicht mehr verstehst, dass Du nicht in Deiner, sondern in einer Dir letzten Endes fremden Sprache sprichst.

In einer Sprache, die Dich immer wieder von Dir trennt. In einer Sprache, die Dich taxiert, statt Dich zu Deinen höchsten Ideen anzuheben.Die höchste Idee, die durch eine Blume in den Ausdruck findet, besteht darin, aufzugehen, zu erblühen und sich als Duft zu verströmen. Und diese höchste Idee ist in Dich eingepflanzt.

Von Anfang an. Sie will zu Deinem Leben werden. Zu einem wirklichen Leben, das sich nicht mehr darstellen muss. Zu einem unspektakulären Leben, das sich selbst erlebt. Tritt ein. Betrete Neuland.
Komme zu Dir.

Paskow / Herbst

Reaktionen

Ein wunderschönes Buch, das mich beim Lesen warm und weich empfangen hat.
Es bringt mich mit Leichtigkeit zu dem Lebensgefühl, das ich mag. Ich spüre:
Alles ist bereits da, meine Lebensumstände sind nicht so wichtig, wie sie mir
manchmal erscheinen. Das Leben selbst zu sein, zu spüren, dass ich lebendig bin,
mich selbst als ein Resonanzfeld wahrzunehmen – das kann ich immer machen
und das fühlt sich auch immer aufgehoben und geborgen an…

Ina Rudolph