Punkt.

Es fängt falsch an.

Es hört falsch auf.

 

Besucher(in): Wie wird man das Körper-Bewusstsein los? Maharaj sagt, dass jetzt ein Zustand erreicht ist, in dem man die Identifikation mit dem Körper aufgeben muss. Die Aktivitäten des Körpers werden solange weitergehen, bis er wegfällt, aber man sollte nicht mit ihm identifiziert sein.  

Karl: Aber das ist etwas anderes, als das Körper-Bewusstsein aufzugeben.

Wie gibt man das Körper-Bewusstsein auf?

Er spricht von der Identifikation mit dem Körper, nicht vom Körper-Bewusstsein. Was bedeutet Körper-Identifikation? Dass du dich selbst mit dem Körper identifizierst, dass du mit einem Körper gekommen bist und dass du mit einem Körper gehen wirst. Das heißt Körper-Identifikation – dass du der Körper bist. Es bedeutet nicht, dass du dir des Körpers bewusst bist oder etwas in diese Richtung.

Aber du bist dir aller Dinge bewusst, die der Körper tut …

Aber das, was er meint, ist [deutet auf den Besucher] nicht „dein“ Körper, diese Identifikation – „mein“ Körper. Dann begrenzt du dich selbst auf den Körper und dann bist du durch ihn begrenzt. Weil du glaubst, dass du geboren bist und sterben wirst – das ist die körperliche Identifikation.

Es geht nicht darum, dass du deinen Körper spürst oder so, es geht nicht um die Sinne. Es geht darum, dass du dich limitierst, wenn du der Körper bist. Und wie wird man das los? Der nächste Schritt ist also, dass du dich mit dem „Ich-Bewusstsein“ identifizierst, dem Geist. Du bewegst dich also aus der Identifikation mit dem Körper in die Identifikation mit dem Geist. Und wie machst du das?  Indem du im „Ich-Bewusstsein“ verbleibst.

Im „Ich-Bewusstsein“ bist du mit einem raum-gleichen Geist identifiziert. Du kannst nicht wissen, wo du anfängst und wo du aufhörst, weil der Geist keinen Anfang und kein Ende hat. Vom Begrenzten zum Unbegrenzten. Von, „was angefangen hat, wird aufhören“ hin zu, „was nie angefangen hat, wird niemals aufhören“. Du bewegst dich einfach vom Relativen zum Nicht-Relativen.

Aber wenn du es sagst, klingt es anderes, als das, was ich im Buch gelesen habe. Da steht, dass die körperlichen Funktionen weitergehen …

Das alles wird weitergehen, wie zuvor. Er wird alles tun, ohne dich. Es war nie dein Tun. Es war davor ohne dich und es wird ohne dich sein. Da ist einfach kein „Du“, niemand, der den Körper in Besitz nimmt und das, was er tut. Also ist es nicht mehr dein Körper, es war niemals deiner.

Wessen Körper ist es dann?

Warum solltest du wissen, wessen Körper das ist? Wen schert es, wessen Körper das ist? Ist es dein Körper? Ist mein Körper dein Körper? Aus diesem Grund heiratest du: Mein Körper ist dein Körper und dein Körper ist mein Körper. Oder gehört dein Körper deiner Mutter? Warum fragst du, wem der Körper gehört?

Ich bin nicht der Körper, aber er gehört mir.

Wenn du einen Weg raus aus diesem „den Körper bedenken“ finden willst, aus diesem Kümmer-Business des Handelnden, dann solltest du die Identifikation mit dem Körper aufgeben. Das ist, was er sagt. Es ist ein Elend, es ist ein Elend, einen Körper und eine Krankheit zu haben und davon abhängig zu sein, wie es um den Körper steht.

Ständig davon abhängig zu sein, wie sich der Körper fühlt, wie es dem Körper geht. Wie geht es mir heute? Alles, was damit zusammen auftritt. Die ganze Misere besteht darin, einen kleinen abhängigen Körper zu haben. Dann bist du ständig Arzt einer Krankheit. Dann rät er dir, die Identifikation mit dem Körper aufzugeben, indem du „Ich-Bewusstsein“ bist – im „Ich Bin“ zu verbleiben, statt in „ich bin der Körper“.

Ist „Ich-Bewusstsein“ dasselbe wie die Erfahrung der Einheit?

Nein. In der Einheit ist man eins mit etwas. Aber im „Ich-Bewusstsein“ gibt es niemanden, der eins mit etwas sein könnte. Wie kann das Einheit sein? Einheit ist immer noch relativ. Einheit und Trennung finden in der Trennung statt. Es gibt niemanden, der eins mit dem Geist ist. Du bist der Geist im „Ich-Bewusstsein“.

[Zur vorherigen Besucherin:] Wenn du glücklich mit deinem Körper bist, behalte ihn. Wenn du Friseure magst, ist es besser, einen Körper zu haben. Wenn du heiraten willst, ist es besser für deinen Mann, einen Körper zu haben. Es heißt einfach, dass du nicht so weit bist, deinen Körper aufzugeben – mein kostbarer Körper.

Ich weiß nicht, wie?

Du bist viel zu sehr in deinen Körper verliebt, und du weißt das. Ich schau dich an und du liebst deinen Körper wirklich. Ich habe kein Problem damit. Aber mit dieser Liebe kommt Hass, das weißt du. Du liebst ihn so sehr, wie du ihn hasst.

In dem Augenblick, in dem alles gut ist und er dich nicht belästigt, liebst du ihn. Aber wenn er sich nicht gut anfühlt und dich nicht in Ruhe lässt, dann hasst du ihn.

Wie kann man das beenden?

Das ist nicht mein Problem. Nisargadatta bietet dir die Lösung für die Liebes-Hass-Beziehung an. Wenn du wirklich genug davon hast, diesen Körper zu haben, komm wieder, denn das sehe ich noch nicht. Du kämpfst immer noch für den Körper – mein geliebter Körper.

Dieses „Ich-Bewusstsein“ hält nicht an …

Es ist ununterbrochen.

Für dich …

Für jeden. Ohne das „Ich bin“, kannst du dich nicht mit dem Körper identifizieren. Zuerst einmal muss das „Ich Bin“ sein und dann der Körper. Es ist nicht so, dass da zunächst einmal ein Körper ist und dann das „Ich Bin“ – hör auf!

Was ist mit und ohne Körper? Das „Ich Bin“, es ist ununterbrochen. In jeder Anwesenheit ist „Ich Bin“ und für fünf oder zehn Prozent des Tages identifizierst du dich mit dem Körperbewusstsein – das ist alles. Die meiste Zeit hast du nicht einmal einen Körper. Du weißt nicht einmal, ob du einen hast oder nicht-hast.

Nur wenn etwas Gutes oder Schlechtes passiert, kommt es zum Besitz. Dann geht die Aufmerksamkeit zum Körper. Normalerweise bist du einfach in diesem Raum. Er ist wie Eckart Tolles „Jetzt“. Die Kraft der Gegenwart – wenn man drin ist, gibt’s kein Problem. [Handy klingelt] Die Kraft des Handys, Vodafone im Jetzt. Darum nennt man es Schmerzkörper.

Wie ist das, was du sagst, praktisch anwendbar?

Ich bin nicht hier, um etwas funktionieren zu lassen. Kein Interesse. Ich bin kein Arzt…

 

 

Karl Renz - Punkt- Buchcover im Noumenon Verlag

Das Buch ist hervorragend in seiner Klarheit. Eine praktische Wegleitung wenn es darum geht zu erfahren, dass alles was Form hat der “relativen Ebene ” zugehört und nicht von Dauer ist. Das Unsichtbare jedoch der Inhalt jeder Form ist.

Ingeborg Weber

Adresse

Noumenon Verlag
Lornsenstraße 14
22767 Hamburg 

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