Daniel Herbst Wenn es nur noch ums Überleben geht

No more sweet talk – Malcom X

Wir befinden uns in einem Propagandakrieg, der uns das Menschliche austreiben soll.
Wenn es nur noch ums Überleben geht …

Bewusstsein ist die erste Berührung. Durch die dieses Leben in die Gegenwart seiner selbst findet. Hierher. Als Du. Und zu Dir. Berührung ist es auch, durch die das Leben in sich einzieht und zu sich kommt. Das Leben zeugt und bezeugt sich durch Berührung. Damit sind Zeugung und Bewusstsein letzten Endes dasselbe, wenn auch auf verschiedenen Ebenen. Wobei Leben, dass sich selbst nicht berührt, in sich als tote Verkörperung eingeschlossen ist. Und wie tot erstarrt. Wodurch es unberührbar wird. Unberührbarkeit ist ein zutiefst pathologisches Phänomen. Adolf Hitler war unberührbar. Allein sein Schäferhund „Blondi“ konnte ihn zu menschlichen Gefühlen anregen.

Die „Nationalakademie“ Leopoldina, das RKI, Herr Drosten und ein geradezu ekstatischer Herr Lauterbach, der durch Corona endlich eine Aufgabe und damit seinen Lebenssinn gefunden hat – dieses „Konglomerat der Vernunft“ bestimmt seit nunmehr fast 9 Monaten unser Leben. Wer sich heute noch wie ein lebendiger Mensch fühlt, macht sich bereits verdächtig und muss damit rechnen als unsolidarischer Gefährder vom Verfassungsschutz verfolgt zu werden.

Wir haben es vorgezogen zu gehorchen …

Die Süddeutsche ist sich heute (9.12.) nicht zu plump 242 Epidemiologen erklären zu lassen, warum Händeschütteln auch früher schon keine gute Idee war. Und umarmen auch nicht. Und küssen. Und Zärtlichkeit überhaupt. – Das, womit wir es hier zu tun haben, ist das dunkelste Mittelalter revisited – eine Heimsuchung. Wir werden von einem Geist heimgesucht, der uns immer noch dominiert. Weil wir es bisher vorgezogen haben, zu gehorchen – statt uns selbst zu entdecken! Und Frau Käßmann, die protestantische Vorzeigechristin teilt ebenfalls in der Süddeutschen mit, dass Gott keine Pandemie schickt, weil Gott uns nicht für unsere Lebensweise straft!

Zitat: Ich bekomme überraschend oft die Frage gestellt, ob Corona eine Strafe Gottes sei. Wir als Menschheit hätten gegen die Natur gelebt mit unseren Flugzeugen und Kreuzfahrtschiffen, und nun bestraft uns Gott für unsere Lebensweise. Als sei Corona unsere Sintflut. SZ: Und ist sie das? Und Käßmann: Nein. Die Bibel hat da eine ganz andere Geschichte parat. In der Erzählung von der Arche Noah sagt Gott nach der Sintflut, dass er nie wieder zerstören werde. Der Regenbogen wird zum Zeichen für das Versprechen. Gott bestraft uns nicht dafür, wie wir leben. Er schickt keine Krankheiten und keine Unfälle. Gott schickt keine Pandemie …

Puh, da haben wir ja wirklich Glück gehabt. Das Gott zum Vater der Selbstsüchtigen mutiert ist. Es gibt also nach dieser Lesart überhaupt keinen Grund uns selbst einmal wirklich zu fragen, was wir hier auf diesem Planeten eigentlich treiben. Weil die Bibel eine ganz andere Geschichte erzählt, wie Frau Käßmann weiß. Nämlich die Wahrheit. Und die schützt uns davor, zu Bewusstsein zu kommen und aufzuwachen! Da sind wir wieder bei der Nachfolge Petri und damit beim Hirten und seinen Schafen.

Welches Leben ist es wert zu überleben?

Heute erklärt uns die Wissenschaft dasselbe mit anderen, nicht weniger abstrusen Worten. Was dazu führt, dass sich die Regierungen weltweit für uns immer absurdere Verhaltensmaßnahmen ausdenken. Was z. B. dazu geführt hat, dass das kleinen Dänemark mit seinen nicht einmal 6 Millionen Einwohnern im November in einer Nacht und Nebelaktion mehr als 15 Millionen! Nerze töten ließ, weil bei einer einstelligen Zahl (d. h. weniger als 10!) „das Virus“ nachgewiesen werden konnte. Und das gibt den auf diese Weise Denkenden das Recht, nach Art des 3. Reiches rigoros und mit bestem Gewissen das Unwerte zu töten. – Ja, es bedarf dieser Deutlichkeit. Schließlich ist ein Nerz auch ein lebendiges und empfindungsfähiges Wesen.

Was uns in der Menschheitsgeschichte rigoros abgewöhnt worden ist, ist die Achtung vor dem Leben. Das selbst lebendig und empfindungsfähig ist. Sich selbst berührend. Und genau das ist es, wovon wir durch die Verwissenschaftlichung der Welt getrennt werden sollen: Von uns selbst. Von uns als dem lebendigen Mysterium, dass sich in allem Lebendigen wiedererkennt. Stattdessen sollen wir rechnen, bedenken, klar sein, nein, besser noch analytisch und kalt. Nur auf das Überleben ausgerichtet, aber dem Leben gegenüber vollkommen gleichgültig. Nur noch funktionierend, produzierend und konsumierend.

Aus Angst vor einem mutierten Coronavirus ließ Dänemark Millionen Nerze keulen. Doch damit nicht genug: Nun, so berichtet die Tagesschau, drohen die Kadaver das Trinkwasser zu verunreinigen. Die Regierung erwägt nun, die Kadaver wieder auszugraben. – Hat das noch etwas mit Intelligenz zu tun? Oder sehr viel eher mit einem Herrschaftsanspruch, den niemand der Intelligenz für sich in Anspruch nimmt, vor sich rechtfertigen kann. Wir sind das Virus dieser Welt. Das wird immer deutlicher. Und es ist höchste Zeit, das einzusehen. Weil es das Leben sonst macht, wie es das Leben eben macht. Es sortiert nach seinen eigenen Maßstäben aus. Dafür braucht es keinen jenseitigen Gott. Der uns gestohlen bleiben kann. Weil das, was Gott ist, das Leben selbst ist! Schon mal drüber nachgedacht, Frau Käßmann?

Mit blutigen Händen danken wir Gott

Und dann feiern wir wieder Erntedank mit Ähren im geflochtenen Weidenkorb, hübsch auf dem Altar dekoriert und danken Gott für seine Gaben, während wir Tiere auf die bestialischste und entwürdigendste Weise halten und diese zutiefst gedemütigten Wesen dann in Tötungsfabriken keimfrei und mundgerecht in Plastik verschweißen. Fleisch ist ein Stück Lebenskraft. Ja, danke Gott. Das ist echt schön von Dir, dass Du uns das einfach so durchgehen lässt. Dafür sagen wir jetzt auch nicht mehr Zigeunerschnitzel, weil das diskriminierend ist.

Als sich der Mensch zur Krone der Schöpfung erklärt hat, ist er vor sich selbst in den Dreck gefallen. Und hat sich zu etwas gemacht, was er in Wirklichkeit nicht ist: zu etwas Besonderem. Zu etwas Einzigartigem. Zu etwas, dass das Recht hat, die Welt allein aus seiner Perspektive heraus zu definieren. Eine Antwort darauf sind die Umweltzerstörung, das Artensterben und die Vergötterung des Besitzes. Der in einer solchen Welt zur einzigen Wirklichkeit aufsteigt. Und eben deshalb gehen wir mit COVID-19 so um, wie wir es tun. Weil wir glauben, dass wir ein Leben haben, das uns gehört. Und das muss geschützt werden. Auf Teufel komm raus.

Diese Art die Welt zu sehen, bereitet dem Leben die größten Schmerzen. Diese Art das Leben zu sehen, hat nichts mehr mit dem Leben zu tun. Im Gegenteil, durch diese Art auf das Leben zu schauen, entwürdige ich mich selbst und das Leben! Und werde dabei so schwach, dass ich nichts mehr machen kann.

 Stopp!

Wenn wir bereit sind uns berühren zu lassen …

Intelligenz ist nicht determiniert! – Darauf weise ich so gern hin, weil Intelligenz etwas ganz anderes ist, als wir denken! Das Leben selbst ist, was Intelligenz ist. Und diese Intelligenz zeigt sich uns. Sie wird uns erst dadurch zugänglich, dass wir leben. Aber nur, wenn wir auch leben wollen – was nichts anderes heißt als: Wenn wir bereit sind, uns vom Leben berühren und damit führen zu lassen.

Das Leben selbst ist ein reiner Überschuss. Es ist ein „Zuviel“. Wie Lachen. Wie Fantasie. Wie alles, was echt ist, echt und damit spontan. Und Freude macht. Das Leben ist etwas, was es nicht braucht. Etwas, was niemand braucht! – Das erst macht das Leben göttlich! Das erst macht aus dem Leben, was es ist. Einen kreativen Fluss, der nicht an sich halten kann. Und alles mit sich reißt, was ihm widersteht. – Einfach weil es das Leben ist – und weil es in Wirklichkeit nichts anderes gibt!

Davon weiß das Tote in uns nichts …

Die Klimakatastrophe ist keine Katastrophe für das Leben. Sie ist eine innere Katastrophe. Es ist die Katastrophe eines Menschen, der sich selbst nicht mehr spürt. Und diese Katstrophe wird seit den 1980er Jahren analysiert und diskutiert. „Was ist zu tun?“ – Das ist das große Rätsel. Wie können wir etwas ändern, ohne uns zu ändern, fragt sich der vom Leben getrennte Denker, der sich allein mit sich selbst beschäftigt. Das Leben ist ihm dabei in Wirklichkeit vollkommen egal. Und zwar egal, weil er es nicht versteht. – Und nicht verstehen kann. Er versteht nur, was es sich selbst zurechtlegt. So begrenzt ist er! Das in seinen Gedanken Zurechtgelegte führt in eine Welt, in der niemand leben will und kann. Es führt in eine vom Odem des Lebens angeschnittene Verschleierung, in der sich niemand mehr erkennen kann. Und nur noch nach einem fremden Diktat wie ein Soldat funktioniert.

Angst führt uns in die Katastrophe

Dabei ist das Leben ein wilder, majestätischer Tanz, der sich ganz verbrennt, wenn er wirklich erlebt wird und dabei geistvoll übersetzt. Geistvoll heißt, diese Majestät entdeckend. Um aus dieser Größe heraus unbeschwert von kleinlichen Einflüsterungen zu leben. Diese Einflüsterungen kommen alle aus der Angst und damit aus einem Weltbild, das uns an den Rand der Katastrophe geführt hat, die wir jetzt auch auf diese Weise spüren dürfen …

Niemand will lethargisch, wie paralysiert und freudlos sein. Das Leben ist es nicht. Und Du willst es nicht. Wer will es dann? – Was ist das Tote, dass das Lebendige in uns kontrollieren und abtöten will? Kann es wirklich sein, dass es mir verboten ist, mich zu mir zu lassen, mich selbst zu empfinden und auszudrücken? Könnte es nicht sein, dass es mir nur verboten ist, weil sonst immer mehr Menschen auf die Idee kommen könnten, es wirklich mit sich selbst zu tun haben zu wollen? Was uns erst zu uns als Menschen anheben würde. Zu Individuen, die sich selbst erleben. Zu Individuen, die ihr Leben selbst entdecken, die selbst tanzen, selbst küssen und sich von allem, was sie zutiefst berührt verzaubern und leiten lassen …

Davon weiß das Tote in uns nichts. Das, was wie abgestorben in uns in heimlicher Verzweiflung vor sich hinvegetiert. Das, was wir immer wieder nur „verstehen“ aber nicht wirklich erlösen wollen. Weil uns die wirkliche Begegnung mit dem Toten in uns zum Leben anheben würde. Zum Leben, dass nicht verstanden, sondern gelebt werden will. Als Fantasie, als Lust, als Tanz, als Poesie, als Berührung, als ein Ergriffensein von Nichts. – Was soll das sein? – Unnötiges Zeug! Träumereien, die fürs Überleben einfach nicht notwendig sind. Sagt der Tote, der wie ein Alkoholiker nur gut versorgt sein will. Und so lange wie möglich am Leben sein will. Weil er nichts anderes hat als das, was ihm gehört. Weil er nichts von sich als lebendiger Selbst-Beziehung weiß. Weil er sich anderenfalls nicht mehr ausweichen und wegerklären könnte.

Ein ordentlich absolviertes Leben

Ja, so sieht es aus in der zweidimensionalen Welt, in der wir geboren werden, um etwas aus uns zu machen. Um jemand zu werden, ein Haus zu bauen, Steuern zu zahlen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Und dabei tüchtig sparen, damit wir es uns leisten können, uns am Ende unserer Tage der liebevollen Fürsorge in unseren Pflegeeinrichtungen zu überlassen. Ja, das klingt nach einem schrecklich vernünftigen, nach einem ordentlich absolvierten Leben.

Das alles ist toter Geist. Und dieser tote Geist führt sich jetzt noch einmal in ganz schrecklicher Maskerade auf. Die Corona-Reglementierer sind dieselben, die für den Umweltschutz, das Tierwohl und für die Monokultivierung unserer Böden zuständig sind. Sie sind die Hüter des Status quo und die Garanten dafür, dass wir unser Selbstverständnis nicht in Frage stellen. Sie kultivieren alles, was verhindert, dass es zu einer echten und damit gelebten Transformation im Bewusstsein des Menschen kommt. Und dafür brauchen wir auch ein Finanzsystem, dass uns aus gutem Grund große Angst macht und ein immer größeres Ungleichgewicht schafft. Damit wir motiviert sind und es auch bleiben.

Dieses Finanzsystem sagt, dass alles irgendjemandem gehört. Und zwar egal ob er es braucht oder nicht. Denn das, was einem anderen gehört, ist Dir vorenthalten. Und das heißt, dass wir auf diesem Planeten Menschen verhungern lassen, damit klar wird, wie wichtig es ist, an dieses System angeschlossen zu sein. Und jetzt ist es eben notwendig „solidarisch“ zu sein. Warum? Weil es die „systembeherrschende Klasse“ sehr viel einfacher hat, wenn sich das Volk kollektiv nicht mehr spürt und sich von ihr fachkundig führen und belohnen lässt.

Ja, wir werden mit allem versorgt, was wir brauchen. Wenn wir kooperieren. Nicht nur mit jeder Menge Unterhaltung, sondern auch mit „Seelennahrung“. Ja, so nennt „man“ das. Mit Drogen, die den Verstand dumpf und den Körper krank machen. Aber solange sich etwas damit verdienen lässt … Alkohol, Zucker, Fleisch und Nikotin sind unverzichtbare Narkotika in einer Welt, in der es darum geht, dass Du Dich auch weiterhin übersiehst. Damit alles so weitergehen kann, wie es schon immer war. Damit Du auch weiterhin bereitwilligst gegen Deine Interessen kollaborierst und es Dir nach Feierabend einfach nur noch gut gehen lassen willst. Gerade jetzt! Bei all dem Stress. Und jetzt auch noch mit Corona! – Ja, da kann man nichts machen …

Na dann Prost!

In diesem Sinne,
von Herzen.
Daniel